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Collective of Improvising Artists - "A Thousand Miles Journey"

Wenn sich vierzehn Menschen zusammentun und durch die Welt reisen, sich dann und wann in Österreich treffen, könnte man von einer Verschwörung sprechen, zumal sie sich auch noch CIA nennen. Nur, wenn diese Bande öffentlich auftritt und Musik macht, kann man schwerlich von dunklen Machenschaften sprechen. Außerdem steht CIA für "Collective of Improvising Art" und das Reisen dient nur dazu, Inspiration für Musik zu schöpfen, die nicht von dieser Welt zu sein scheint.

CIA - "A Thousand Miles Journey"

Peter Madsen, Gründer und Direktor des Ensembles hat 2007 vierzehn junge österreichische Musiker zusammengeführt. Die Musiker verstehen es, trotz oder gerade wegen ihrer Vielzahl eine Vielfalt herzustellen, die die feste musikalischer Struktur der Kompositionen mit der Spontaneität und dem Fluss der freien Einfälle verweben und den Hörer auf eine wundervolle Reise um den Planeten einladen. Wobei die Höhe der Umlaufbahn nicht ganz klar bleibt.

Im April des Jahres 2010 trifft sich die Bagage im Landesstudio Vorarlberg des ORF und lässt die Töne für das neue Album "A Thousend Miles Journey" digital festhalten. Osteuropäische ungerade Rhythmen mit einem 7/8 Takt gepaart mit sphärischen elektronischen Klängen und einer Melodieführung, die die Riege der Bläser übernimmt, laden die Solisten zum freien Spiel ein, das Ganze nennt sich dann „Ostropat“.

Sie verweilen nur für etwa neuneinhalb Minuten in Moldavien, um geschwind zu den nächsten Schauplätzen zu eilen, hier seien China mit "Liangiu River", Mittlerer Osten mit "Persian Chant", oder Spanien mit arabischen Klängen in einem 10/8 Takt genannt. Die Reise führt in die USA – um genau zu sein nach New York –, mit Elementen des „poetry slam“, dieses Gemenge nennt sich dann "Nuyorican". Bevor es ins ferne Vorarlberg geht, findet die Reise einen besinnlich schwebenden Ausklang mit der Komposition "Journey Home".

Das Album brilliert mit seiner ganz eigenen Farbgestaltung, durch die Spannung zwischen kammermusikalischer Dichte und jazzorchestraler Präsenz, wir fühlen den Enthusiasmus der Musiker, wenn sie an ihren rhythmischen Klangräumen arbeiten, wir hören, wie sie ihre eigene Sinnlichkeit spüren, wenn sie sanft fließende Kaskaden intonieren, wir sehen, wie die Vierzehn stets Beziehungen zu sich selbst finden. Die Vielfalt und die Gegensätzlichkeit des Projektes fügen sich zu einem wundervollen musikalischen Schmelztiegel.

Maximilian Vollendorf

CD: CIA - "A Thousand Miles Journey" (Boomslang Records)

CIA im Internet: www.collectiveofimprovisingartists.com

Boomslang Records im Internet: www.traps.at

Cover: n.n.

© jazzdimensions 2011
erschienen: 24.3.2011
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