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Di grine Kuzine - "Berlin Wedding"

Die Reise geht weiter... Reisende soll man nicht aufhalten: Wenn es musikalisch Reisende sind, erst recht nicht. Es könnte etwas Neues dabei herauskommen. Das beste Beispiel ist 'Di Grine Kuzine' mit ihrem nunmehr vierten Album. Wer die Kuzine kennt, erwartet kochendes BalkanBlech, mit jiddischen Wurzeln, frech und verspielt. Diesen Wurzeln ist sie treu geblieben, dennoch lernen wir eine neue Kuzine kennen.

Di grine Kuzine - "Berlin Wedding"

Sie lässt sich nicht auf ein Genre festlegen, Kategorien wie Klezmer oder Balkan Brass Band greifen nicht. Sie betont und intoniert ihren kosmopolitischen Anspruch, mit Hauptwohnsitz in "Berlin Wedding". Sie zitiert Schlager, manchmal nur in einem Takt, um schnell zum Thema zurückzukehren, adaptiert klassische Motive, rappt was das Zeug hält – oder wir tanzen zu Drum'n & Bass Beats. Plötzlich wähnen wir uns in einem Club in London und hören Ska, um alsbald wieder zu osteuropäischen Klängen zurückzukehren. Wir machen einen Abstecher nach Argentinien, wo wir einem Tango lauschen dürfen. Musik aus West und Ost vereint sich unter der Handschrift der fünf Musiker zu einem neuen Ganzen. Das globale Dorf tanzt.

Es klingt aber immer noch nach Di Grine Kuzine: Unverwechselbar Alexandra Dimitroff, mit Akkordeon und Stimme, Karel Komnatoff an der Trompete, manchmal auch mit Stimme, Max Hacker mit Klarinette und Saxophon, Steve R. Lukanky an der Tuba und am Sousaphon, rhytmisch untermalt von Snorre Schwarz, der auch ab und zu singen darf. Als besonderer Gast wurde Georgi "Joro" Gogow mit seiner Violine eingeladen, bekannt als Mitglied der legendären Ostrocker "City".

"Berlin", so nennt sich das erste Stück, eine Hommage an diese Stadt, romantisch verklärend, dennoch ehrlich. "Laß die Augen zu" fordert zum Träumen auf, lässt zugleich das Herz höher schlagen. "Onkel in Amerika" widerum ist ein Rap, basierend auf einem traditionellen jiddischen Motiv. Und "Donde se cantar" heißt eines der Lieder – was einem spanisch vorkommt (bei näherem Hinhören ist es das auch). Nicht nur das musikalische Spektrum, auch die Texte sind bunt: aus allen möglichen Regionen Europas.

Maximilian Vollendorf

CD: Di grine Kuzine - "Berlin Wedding"
(Skycap Records CAP027P)

Di grine Kuzine im Internet: www.kuzine.de

Skycap Records im Internet: www.skycap.de

Cover: Toni Mamic

© jazzdimensions 2006
erschienen: 10.2.2006
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