Karim Baggili spricht viele Sprachen. Der Gitarrist mit belgischem Pass, Sohn jordanisch-jugoslawischer Einwanderer, verfügt auch musikalisch über ein weitverflochtenes Ausdrucksspektrum. Das macht ihn zu einem Gratwanderer, jemandem, der über die Ränder des Abgesteckten hinausschaut.
Karim
Baggili - "Douar"
Nachdem Baggili 2000 den ersten Preis beim Nachwuchswettbewerb des Osnabrücker Open Strings Festivals gewann, nahm ihn Gitarrist/Impressario/Produzent Peter Finger unter seine Fittiche. Stellte ihn bei einer Konzertournee der "International Guitar Night" einem größeren Publikum vor und produzierte Douar.
Baggili präsentiert hier 10 eigene Kompositionen sowie die Bearbeitung des arabischen Traditionals Racset Siti. Auf zwei Kompositionen begleitet ihn der Percussionist Etienne Serck auf der Cajon. Souverän gelingt es dem Belgier, sich auf seiner Spurensuche durch ganz unterschiedliche musikalische Landschaften zu navigieren. Balkaneinflüsse stehen neben arabischen, Klassik neben Fingerstyle. Auch Lateinamerikanisches in Form von Tango Nuevo oder Bossa Nova klingt an.
Doch seine eigentliche Leidenschaft gilt der Flamenco beeinflussten spanischen Musik. Virtuos dringt er auf Gitarre und Oud in die diversen Welten ein. Geschickt konterkariert er scheinbar Vertrautes durch die Wahl des Instruments oder Stils. Baggili tut dies mit viel Hingabe und melodischem Erfindungsreichtum. In einigen Stücken führt er durch Overdubbing Dialog mit sich selbst. Eine spielerische Magie steckt in Douar, obgleich man sich des Eindrucks einer gewissen Flüchtigkeit nicht erwehren kann.
Herbert Federsel
CD: Karim Baggili - "Douar" (Acoustic Music / rough trade)
Karim Baggili im Internet: www.karimbaggili.be
Acoustic Music im Internet: www.acoustic-music.de
Cover: n.n.