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Polo Montañez - "Memoria"

Manche Musikerkarrieren sind wie Kometen, die plötzlich strahlend am Firmament auftauchen, nur um ebenso schnell wieder zu verschwinden. Polo Montañez (mit bürgerlichem Namen Fernando Borreo Linares) kurze, aber höchst erfolgreiche Karriere als Sänger, Musiker und Songschreiber umfasste nur ganze drei Jahre.

Polo Montañez - "Memoria"

Als der kubanische Musiker bei einem tragischen Verkehrsunfall im November 2002 ums Leben kam, hinterließ er die Alben "Guajiro Natural", "Guitarra Mia" und eine riesige Fangemeinde in Latein- und Mittelamerika, vor allem aber in seinem Heimatland Kuba. Erst 1999, im zarten Alter von vierundvierzig(!), wurde Montañez entdeckt, der bis dahin, so die Legende, das karge Leben eines Holzschnitzers in den Bergen führte und nebenher seine eigenen Lieder sang. Nur wenige Jahre später hatte er Superstarstatus, füllte Stadien mit bis zu 150.000 Zuhörern. Im Zuge der "Buena Vista Social Club"-Euphorie fand er auch auf dem alten Kontinent ein waches Publikum. Mit seinen einfachen, integeren, jedoch hochpoetischen Liedern avancierte Polo Montañez vom Volkssänger zum Mythos.

Wer schnittige Salsa-Bläserarrangements und ekstatische Soli erwartet, liegt hier völlig falsch. Polo Montañez pflegte eine wunderbare Kultur der Einfachheit. Unnachahmlich verschmolz er den lyrischen Ton der "Trova" mit dem Geist des "Son". Von seinen Reisen nach Kolumbien, Ecuador, Mexiko etc. hat er Einflüsse mitgebracht, die sich in seiner Musik widerspiegeln, und die ganz subtil die kubanische Tradition erweiterten.

Auf "Memoria" liegt nun der Nachlass vor; zehn bisher unveröffentlichte Songs und einige seiner größten Hits wie "Desde Abajo" und "La Ultima Cancion". Alle von Fernando Borreo Linares alias Polo Montañez geschrieben, arrangiert und interpretiert. Ein Juwel. Nicht nur für Freunde kubanischer Musik ein Muss.

Herbert Federsel

CD: Polo Montañez - "Memoria" (Lusafrica 462222)

Lusafrica im Internet: www.lusafrica.com

Cover: n.n.

© jazzdimensions2005
erschienen: 21.3.2005
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