Simona Baraberas Wurzeln liegen in Sizilien, wo der Alltag oft noch immer von archaischen Traditionen geprägt ist. In ihrer Auseinandersetzung mit den traditionellen, sizilianischen Melodien transponiert Simona Babera die alten Riten mit Hilfe ihrer lange trainierten Stimme in die Gegenwart. Auf ihren Reisen fand sie die Texte ihrer Lieder, die von Fischern, Bauern und Gefangenen handeln.
Simona
Barbera - "Mirto"
In ihrem Gesang, mal anklagend bis schreiend und mal flüsternd und erzählerisch, begleitet von den sparsam eingesetzten Tastenanschlägen von Irene Vannucci, mischt sie arabische, heidnische und christliche Elemente der alten Lieder Siziliens. So singt Babera in "Abbanniata" zusammen mit einheimischen Männern, deren Gesang der Darbietung ihrer Waren auf dem Markt entspringt und auch heute noch dazu genutzt wird.
In "Mirto", dem Titelsong, wo ihre klagende, schöne Stimme von einem Piano und einem Tambourine begleitet wird, werden ihre schamanischen Fähigkeiten offensichtlich: "Kein lyrisches Element der alten sizilianischen Sprache ist zufällig, kein Atem und kein kompositorisches Fragment ist unbeabsichtigt."
Vokale, die zwei Welten miteinander verbinden, so wie die Myrte, eine sizilianische Pflanze mit magischer Kraft, nach der das Album benannt wurde.
Ulrike Kreß
CD: Simona Barbera - "Mirto" (Heaven & Earth CD HE8)
Heaven & Earth im Internet: www.yalla.de
Cover: Gabriele Gelatti, Simona Barbera