Anonimi - "Ouranio Taksidi"
Ständig überfluten in den letzten Wochen und Monaten CDs die Schreibtische der Rezensenten, die sich mit dem Titel "Weltmusik" schmücken. Und nicht jedes Schmücken gereicht zur Zierde: Da wird wild durcheinander gemischt oder Pop und Rock als Weltmusik verkauft. - Bei der CD von der Gruppe "Anonimi" ist es anders!
Anonimi
- "Ouranio Taksidi"
Traditionelle Muster griechischer Musik werden hier mit dem meist im Vordergrund stehenden griechischem Gesang verbunden. Neben klassischen Instrumenten (Bouzouki, Tzoura) mischen sich mal zart oder auch betont ein Saxophon oder ein Violoncello in diese Klangwelt. Das ein oder andere Lied ist moderner arrangiert als die "alten Lieder" aus Griechenland. Es handelt sich ja schließlich bei den Musikern auch um in Deutschland (Berlin) lebende Griechen, die da mit Gästen aus anderen Ländern musizieren.
Und was das Schönste ist: die Stimmen von Anna Kalfa und Kostas Christodoulou haben genau das gelegentlich melancholisch-tragend anmutende Timbre in der Stimme, das zu den Texten paßt, die in typisch griechisch-bildhaften Worten von Lebensschmerz, Liebe und Erkenntnis erzählen.
Eine runde Sache - abgesehen von der Schwierigkeit, die nichtnummerierten Texte im Booklet erfolgreich den Liedern zuzuordnen. - Wirklich eine "Himmelsreise" (Ouranio Taksidi) , auf der man mit mal langsamem, mal schnellen Tempo dahinschwebt!
CD: Anonimi - "Ouranio Taksidi"
(Raumer Records/Megaphon RR 13599)
Carina Prange