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Allan Holdsworth - "Hard Hat Area"

"Hard Hat Area" ist das achte Studio-Album der Gitarren-Legende Allan Holdsworth – es erschien 1993 und wurde 2011 remastered. Dieses Album ist ein ganz besonderes. Und das nicht nur, weil es von einem Genius komponiert und eingespielt wurde und aus Sicht des Meisters auch heute noch eines seiner besten Alben ist.

Allan Holdsworth - "Hard Hat Area"

Bei den vorangehenden Solo-Alben hatte Holdsworth immer seine Kompositionen zusammen mit fertigen Gitarrenspuren an seine Studiomusiker übergeben. Nicht so diesmal: alle Aufnahmen wurden gemeinsam mit den Musikern im Studio eingespielt. Auch das Lineup war ein anderes als sonst. Die Standard-Besetzung mit Chad Wackerman und Bassist Jimmy Johnson war gerade nicht verfügbar, so warb Holdsworth alte Freunde an: den Schlagzeuger Gary Husband (der zudem auch noch ein begnadeter Komponist und Jazz-Pianist ist), den Keyboarder Steve Hunt (spielte bei Stanley Clarke) und dessen Freund, den Bassisten Skuli Sverrisson.

Den Stücken ist anzumerken, daß die Musiker mit Energie und Enthusiasmus am Werk gewesen sind. Der Opener "Prelude" stimmt ruhig, mit einfachen Melodiebögen und orchestralem Arrangement auf die kommenden Stücke ein. "Ruhkukah" setzt hierzu den Kontrast mit hartem Sound, außergewöhnlichen Harmonien und schrägen Rhythmen. Hier zeigt Holdsworth seine ganze Vielseitigkeit und Brillianz. "Low Levels, High Stakes" ist das längste Stück des Albums. Es beginnt sehr ruhig und athmosphärisch und steigert sich zum Ende hin kontinuierlich. Zwischendrin soliert Holdsworth auf höchstem Niveau.

Das Titelstück "Hard Hat Area" ist vielleicht das vielseitigste auf dem Album und ist eine Art musikalisches Bild. Nach einem sehr ruhigem Intro geht die Post ab und man hört formlich die Arbeiter im Schutzhelm-Bereich (hard hat area) schweißen, schrauben und hämmern. "Tullio" und "House of Mirrors" sind wesentlich ruhiger besinnlicher, fast schon feierlich bis romantisch mit weiten offenen Akkorden und eingängigen Soli. Das letzte Stück "Postlude" vereint noch einmal eine große Palette unterschiedlicher Stimmungen und Stilrichtungen von ruhigen Passagen bis hin zu hektischem, aufgewühltem Free-Jazz. Hier setzt Holdsworth gekonnt die SynthAxe ein.

Ich lernte Allan vor ein paar Jahren Backstage als einen überaus freundlichen und höflichen Menschen kennen, der allerdings sehr konzentriert und selbstkritisch an seine Arbeit herangeht. Wenn er auf die Bühne kommt, wirkt er fast ein wenig unbeholfen. Sobald er dann aber auf seinem Instrument loslegt, denkt man, was er da spielt, sei nicht von dieser Welt...

Ulrich Mueller

CD: Allan Holdsworth - "Hard Hat Area" (Moonjune Records MJR 044)

Allan Holdsworth im Internet: www.therealallanholdsworth.com

Moonjune Records im Internet: www.moonjune.com

Cover: Leonardo Pavkovic

© jazzdimensions 2012
erschienen: 3.11.2012
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