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Tori Amos - "Night of Hunters"

Einen Songzyklus der besonderen Art finden wir auf diesem Album wieder: Tori Amos paart für "Night of Hunters" die Bedeutungssschwere, das Pathos, die Dramatik eines klassischen Orchesters mit eben Demselben ihrer Stimme. Soweit klingt das Konzept nicht ungewöhnlich – die Kombination Popgesang und Orchester grassiert allerorten und hat somit etwas Landläufiges erhalten. Hier ist es allerdings anders, da Tori Amos tatsächlich Motive aus der klassischen Musik als Grundlage für die dargebotenen Stücke verwendet.

Tori Amos - "Night of Hunters"

Was wir auf "Night of Hunters" hören, sind Kompositionen von (u.a.) Erik Satie, Enrique Granados, Felix Mendelssohn, Robert Schumann und Modest Mussorgsky. Das funktioniert überraschend gut; führt auch zu vielfältigem Aufhochen aufgrund bekannter Melodien, die man jedoch nicht sofort zuordnen wird, so geläufig sind die Themen – beispielsweise aus "Bilder einer Ausstellung". Keine Frage, dass auch darüber hinaus nicht geschlampt wird. Die Einspielung u.a. mit Gästen wie dem Apollon Musagète Quartet und Andreas Ottensamer, dem ersten Klarinettisten der Berliner Philharmoniker ist hervorragend.

Über allem aber steht, in schillernder Emotionalität, die schöne Sanftheit und Zerbrechlichkeit von Tori Amos perfekter Stimme. Hier erweist sie sich als enorm wandlungsfähig und zieht, vom Gurren einer Kate Bush bis zur Brillanz einer Katie Melua, alle denkbaren Register. Unterstützende Stimmen – hört man hier zukünftige Talente? – findet Amos in ihrer zwölfjährigen Nichte Kelsey Dobyns und Natashya Hawley, ihrer zehnjährigen Tochter.

Ein gewichtiges, von der Stimmung titelgetreu dunkles, Werk für dauerhaftes Hörvergnügen. "Night of Hunters" lässt den Hörer nicht mehr los, die Songs bilden einen Geschichtenkosmos, der aus den Träumen und Albträumen der Menschen gemacht zu sein scheint.

Carina Prange

CD: Tori Amos - "Night of Hunters" (Deutsche Grammophon 477 9791)

Tori Amos im Internet: www.toriamos.com

Deutsche Grammophon im Internet: www.deutschegrammophon.com

Cover: theConspiracy

© jazzdimensions 2011
erschienen: 15.11.2011
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