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Coco Montoya - "I Want It All Back"

Mal erfrischend anders – Coco Montoya verblüfft die Bluesgemeinde mit "I Want It All Back". Die Rockriffs im Schrank verstaut, würzt er seinen Blues nun mit urbanen, souligen und funkigen Elementen. Die "Blues Caravan" Tour 2010 ist noch in vollem Gange: Neben Meena und Shakura S´Aida ist in diesem Jahr auch Coco Montoya mit dabei. Ein Bluesmusiker von Kopf bis Fuß. Der Südkalifornier zählt zu seinen Mentoren keine geringeren als Albert "The Ice Man" Collins und John Mayall.

Coco Montoya - "I Want It All Back"

Mit Letztgenanntem tourte Montoya einige Jahre durch die Lande und spielte drei Platten ein. 1995 gab er mit "Gonna Mind To Travel" sein Debüt. Mit "I Want It All Back" legt er nun seine siebte Scheibe vor. Vom rockigen Blues hin zum urbanen, soulbeeinflussten 12-Takter. Hier spalten sich nun die Geister. Wer Montoya-Platten bereits sein Eigen nennen darf, wird sicherlich enttäuscht sein vom markanten Wechselbad. Wem allerdings Coco Montoya bis dato noch kein Begriff war, wird sich vom eingängigen und mitreißenden Blues des Kaliforniers überzeugen lassen: Der Mann kann Blues. Er glänzt als emotionsgeladener Griffbrettakrobat und als beseelter Sänger.

Auch wenn ihm der Rock etwas aus dem Blues gefahren ist, so macht "I Want It All Back" dennoch Spaß beim Hören. Anstatt mit rockigen Attitüden wie in der Vergangenheit zu klotzen, spart Montoya diesmal sehr auffällig mit den markigen Riffs. Dafür lässt er Raum und Platz für reines Bluesgut, angereichert mit souligen Elementen – "I Want It All Back", groovenden Parts – "The One Who Really Loves You", karibischen Hüftschwingern – "As Close As I Have Come" und funkigen Details – "Don´t Go Makin´ Plans". Dazu balladeskes Liedgut mit "Forever" und urbanen Blues mit "Fannie Mae".

Mit geschmeidiger, von Freund Keb´Mo´ ins Soulige gefärbter Stimme, gibt Coco Montoya eine prima Figur ab – sicherlich, hier und da darf es auch mal wie gewohnt düsterer klingen. Montoyas Songauswahl auf "I Want It All Back" beschränkt sich, wie bereits in der Vergangenheit erfolgreich getestet, wieder auf Coverversionen bekannter Songschreiber und Musiker. Diesmal kommen Songs der Herren Lamont/Dozier, Buster Brown, Gray Nicholson, Smokey Robinson und Jackson Browne zu Gehör. Jeff Paris und David Steen steuern ebenfalls drei Songs bei. Lediglich "Don´t Go Makin´Plans" stammt aus der Feder Montoyas.

Noch ein Blick ins Line-Up: Neben Keb´Mo´ am Gesang und an der Gitarre, ist es sicherlich auch Jeff Paris an den Keys, der den Rhythmus vorgibt. Ebenfalls zu erwähnen wären Reggie McBride am Bass, Stephen Ferrone am Schlagzeug, Courtney Branch an den Percussion und im Background Nikki Crawford, sowie an der Harp Rod Piazza und am Saxophon Paulie Cerra – eine tolle Backing-Band. Zeitgenössischer Blues einer innovativen Generation. Locker vom Hocker die Straße rauf und runter. Toll!

Rainer Molz

CD: Coco Montoya - "I Want It All Back" (Ruf Records RUF 1153)

Coco Montoya im Internet: www.cocomontoya.com

Ruf Records im Internet: www.rufrecords.de

Cover: Michael van Merwyk

© jazzdimensions 2010
erschienen: 21.2.2010
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