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John Zorn - "Femina"

"Femina" ist in mehrerer Hinsicht ein "Werk" zu nennen – bilden doch Coverart, Photobook und Musik in ihrer Hommage an berühmte weibliche Künstlerinnen eine Einheit. Die herausragende Covergestaltung mit aufgedrucktem Venus-Symbol auf dem transparenten Schuber spricht bereits für sich.

John Zorn - "Femina"

Das gleiche Symbol erlaubt, ausgestanzt im Innencover, den Blick auf Fotos eiförmiger bunter Steine oder auf Ausschnitte von Einsteckkarten mit der Auflistung der Musiker bzw. den Namen der Frauen, denen die Hommage gilt – wie Jane Austen, Yoko Ono, Susan Sontag, um exemplarisch drei von ihnen zu nennen.

Betrachten und bestaunen wir das Fotobuch mit Bildern von Kiki Smith: hier halten wir hier wirklich ein kleines Buch in Händen – einer Seite mit Fotos sind jeweils Symbole gegenübergestellt, die ebenfalls als "ausgesprochen weiblich" angesehen werden können. Dabei wird bereits beim Anschauen der Bilder klar, dass nicht alles, was hier dargestellt wird, ein "schöner Land" ist.

Ebenso deutlich wird das beim Anhören der Musik, für deren Einspielung sich John Zorn sechs der kreativsten Musikerinnen der New Yorker Downtown Szene eingeladen hat: Jenniver Choi (violin), Okkyung Lee (cello), Carol Emanuel (harp), Sylvie Courvoisier (p), Shyna Dunkelman (perc) und Ikue Mori (electr).

Gespielt werden Kompositionen von John Zorn, die den Hörer in emotionale Wechselbäder stürzen. Im Grunde handelt es sich bei "Femina" um eine Art Hörspiel oder vielleicht den Soundtrack zu einem dramatischen Theaterstücks – mit Brüchen, Verschmelzungen, Höhen und Tiefen. Ganz so, wie das Leben (übrigens nicht nur das weibliche) wohl fast immer daherkommt, voll Schwere, Schönheit und Verfall. Kurz, den Begriff "Gesamtkunstwerk" sollte man hier definitiv anbringen.

"Femina" kann getrost außerordentlich genannt werden. Und die Liebe zum Detail bei diesem Album und die Präsenz mehrerer künstlerischer Kanäle macht klar, dass ein Sammlerstück wie dieses eben in seiner Vielfalt durch nichts ersetzt werden kann.

Carina Prange

CD: John Zorn - "Femina" (Tzadik Records TZAD7377)

John Zorn im Internet: www.myspace.com/johnzorn

Tzadik Records im Internet: www.tzadik.com

Cover: Tzadik Records

© jazzdimensions 2010
erschienen: 3.3.2010
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