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Masayoshi Fujita & Jan Jelinek - "Bird, Lake, Objekts"

Jan Jelinek traf den Vibrafonisten Masyoshi Fujita an einem Nachmittag im vergangenen Jahr, nachdem beide schon seit längerer Zeit über eine Kooperation nachgedacht hatten. Entsprechend gut vorbereitet trafen sie sich für die Aufnahmen von "Bird, Lake, Objekts" im Berliner Studio von Jelinek.

Masayoshi Fujita & Jan Jelinek - "Bird, Lake, Objekts"

Masayoshi Fujita ist hierzulande ein kaum bekannter Musiker. Er beschäftigte sich ursprünglich mit Film und wandte sich der Musik zu, nachdem er feststellen musste, dass Film doch ein sehr indirektes Medium ist, um Gefühlszustände zu vermitteln. Er kaufte sich ein Vibrafon und lernte sehr schnell dieses zu spielen. Immer stärker konzentrierte er sich dabei auf die Manipulation der Töne, weshalb er den Metallstäben seines Instrumentes immer wieder Schrauben, Aluminiumpapier und andere Gegenstände anheftet, um bizarre, gebrochene Klangwelten zu kreieren.

Jelinek entwickelt sich mit diesem Projekt ein Stück weiter weg von seinem Weg, den er seit nun gut 15 Jahren beschreitet. Nachdem er anfänglich sehr einzelgängerisch seine "layers of sound" zusammenstellte und damit aufregende elektronische Musik produzierte legt er in den vergangenen Jahren mehr Wert auf die Kooperation mit anderen, wobei sich, vielleicht nicht hörbar, das Element des Zufalls immer mehr in seine Kompositionen einschleicht.

Bei "Bird, Lake, Objects" waren es Straßen- und Kinderspielplatzgeräusche, die sich durch das offene Studiofenster in die Aufnahmen einschlichen. Für Jelinek, der es gewohnt ist, totale Kontrolle über seine Klangwelten zu haben, war es eine neue Erfahrung, diese Zufallsmomente in die eigene Arbeit mit aufzunehmen.

Angeleitet vom atmosphärischen Spiel Fujitas entstanden für "Bird, Lake, Objekts" Klangflächen, die sich zu beinahe symphonischen Miniaturen verdichten, in denen sich die oszillierenden Töne umspielen und umwerben. Trotzdem ruft dieses Album keine ambient-hafte Nichtigkeit hervor, sondern nutzt einen experimentellen Ansatz, um eine große sinnliche Freiheit herzustellen.

Auf "Bird, Lake, Objects" entwickelt sich so aus dem abstrakten, experimentellen Ansatz von Jan Jelinek und Masayoshi Fujita eine aufregende, beinahe "greifbare" Körpermusik.

Michael Freerix

CD: Masayoshi Fujita & Jan Jelinek - "Bird, Lake, Objekts"
(Faitiche Records/Indigo 03 cd)

Jan Jelinek im Internet: www.janjelinek.com

Masayoshi Fujita im Internet: www.myspace.com/elfog

Faitiche Records im Internet: www.faitiche.de

Cover: Masayoshi Fujita

© jazzdimensions 2010
erschienen: 11.7.2010
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