Wer sich einem Blindtest unterzieht und lediglich die CD vorgespielt bekommt, dürfte ob der Herkunft des Künstlers ziemlich in die Irre laufen: "Fretwork", das ist Blues vom Feinsten, das sind das Gehör umschmeichelnde Balladen ebenso wie deftige, in den Bluesrock wandernde Songs.
Bjørn
Berge - "Fretwork"
Das ist vor allem eine Ein-Mann-Show eines Musikers, der alles perfekt beherrscht, was man Gitarre nennen kann (hier auf diesem Album: 12-string, 6-string, electric guitar...), der aber auch über eine tiefe, groovende Stimme verfügt. Und um den Leser nicht weiter auf die Folter zu spannen: Bjørn Berge ist Norweger, stammt also ganz und gar nicht aus Mississippi oder einer anderen für Blueser typischen Gegend.
Auf "Fretwork" hat er sich Øvind Staveland an Viola und Violine für einige Lieder hinzugezogen, was eine Extra-Note bedeutet. Und bei dem Song "Zebra" hören wir Vidar Johnsen als Backgroundsänger. Und damit die Aufzählung komplett ist: Kjetil Ulland gibt sein Bestes in perkussionistischer Hinsicht bei zwei Liedern.
Erstaunlich, wie das ganze Album rüberkommt, nahezu melancholisch-zart einerseits (und das bedeutet nicht "typisch nordisch", sondern könnte auch südstaaten-bluesig verstanden werden). Und andererseits kernig-frisch vor allem fällt auf, dass hier einer was kann und das auch zeigen mag. Ein Highlight des Jahres 2009!
Carina Prange
CD: Bjørn Berge - "Fretwork"
(Grappa Records/Galileo Music GRCD4321)
Bjørn Berge im Internet: www.bjorn-berge.com
Galileo Music im Internet: www.galileo-mc.de
Cover: Tor Egil Berge & Espen Liland