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Ad Vanderveen - "Still Now"

Okay, diesen kaputten Gitarrensound kennt man, und auch diesen irgendwie schlaffen Groove, diesen leiernden Gesang. Es ist aber nicht Neil Young, den man hier hört, sondern der Holländer Ad Vanderveen. Und der legt es auch gar nicht auf einen Sieg beim Lookalike-Contest an, sondern zeigt auf diesem Doppelalbum auch andere Facetten...

Ad Vanderveen - "Still Now"

Hier sollte kurz klargestellt werden, dass Neil Young (meistens) zum Größten gehört, was sich musikalisch auf diesem Planeten abspielt. Und dass jeder Versuch, ihn zu imitieren im Grunde missbilligt gehört und "per se" zum Scheitern verurteilt sein muss. Nehmen wir aber mal an, dass dies in diesem Fall tatsächlich (wie der Infotext behauptet) nicht vorsätzlich geschieht, sondern einfach (ebenfalls) der persönliche Stil dieses Künstlers ist. Was bleibt uns?

Fangen wir damit an, dass wir, wie gesagt, ein Doppelalbum vor uns haben. Die eine Scheibe, betitelt "The Garage", live aufgenommen, klingt spontan wie Crazy Horse. Dies beginnt bei den Songaufbauten, erstreckt sich über die Gitarrensolos, den Gesang bis zur Mundharmonika. Vielleicht doch kein Zufall? Jedenfalls: Das Songwriting ist stark, einzelne Titel würden auch auf einem Neil Young-Album durchaus angenehm auffallen. Echt gute Band, nebenbei!

Die zweite Scheibe "The Living" wurde akustisch in Vanderveens Wohnung aufgenommen und bringt als Auftakt mit "Nowhere To Belong" gleich das herausragende Stück (das im elektrischen Bandarrangement auf der anderen CD vergleichsweise durchfällt). Hier ist ein eigenständigerer Ad Vanderveen zu erleben (wenn einem auch bei Gitarre und Gesang zwangsläufig stets ein "klingt ja wie..." in den Kopf kommt): Es finden sich einige zarte, intim arrangierte Perlen.

Keine Frage, der Mann ist hochtalentiert und zu Großem im Stande. Der Vergleich zwischen beiden CDs (es gibt sechs gemeinsame Songs) ist spannend, wobei mal die akustische, mal (wie beim Titelstück "Still Now") die elektrische Seite gewinnt. In Kategorien wie "erlaubt oder verboten" sollte man nicht denken – die Platte ist definitiv schön. Wäre sie auch, wenn sie wirklich von Neil Young wäre. Nicht?

Frank Bongers

CD: Ad Vanderveen - "Still Now" (Blue Rose Records BLU DP0448)

Ad Vanderveen im Internet: www.advanderveen.com

Blue Rose Records im Internet: www.bluerose-records.de

Cover: Purple O'Neil

© jazzdimensions 2008
erschienen: 25.5.2008
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