Ihre Stimme hat alles von dem, was britische Pop-Rock-Girls so ausmacht: freche, passende Stimmlage und frische Ausstrahlung vereinen sich im Gesang von Arina Popova... Und da, spätestens beim zweiten Lesen des Namens, wird der Hörer stutzig. Handelt es sich etwa doch nicht um eine neue britische Band, die ganz arttypisch im Independent-Sektor verhaftet ist!?
R.M.F.
- "Into"
Nein: R.M.F. kommen aus Rußland, genauer, aus Moskau. Hört man genau hin, erkennt man mit ein bisschen Mühe einen russischen Akzent in der englischen Aussprache was nicht ohne Reiz ist. Ansonsten klingt Arina Popova manchmal so luftig und leicht, als könne sie nur aus dem sonnigen Kalifornien kommen.
Wie auch immer, die Band hat ihre CD dann aber doch in den Londoner "Metropolis Studios" aufgenommen und es kommt noch mehr Großbritannien ins Spiel, in Form des Toningenieurs Stuart Hawkes. Die Musiker hingegen, die Frontfrau Popova begleiten (die selbst die Keyboardtasten anschlägt) wirken ur-russisch: Yury Poisik (g), Rezunov Vladimir (g) und Vlad Rush (dr, perc). Als fünftes Bandmitglied wirkt noch eine grauen Eminenz im Hintergrund: die Komponistin Anna Rychenkova, die das Licht der Öffentlichkeit scheut und von der Musik und Lyrics stammen.
Hier kommt er also, der Moskauer Angriff auf die westliche Popwelt; sein Name ist R.M.F. Und das bedeutet, laut Sängerin, entweder "Russian Music Factory" oder "Russian Mother Fuckers". Wem fällt die noch bessere Interpretation ein? Jedenfalls, R.M.F. hören macht Spaß und in Form von "Love Is Like A Flame" wird auch gleich der bunte Soundtrack für den Sommer geliefert.
Carina Prange
CD: RMF - "Into" (Ministry of Sound/Edel 0191330 )
RMF im Internet: www.rmfmus.com
Ministry of Sound im Internet: www.ministryofsound.com
Cover: n.n.