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Barbara Buchholz - "Moonstruck"

Barbara Buchholz spielt Theremin, ein elektronisches Musikinstrument, das vom Musiker ohne körperliche Berührung gespielt wird: Beide Hände schweben im Abstand über zwei Antennen. Eine Hand bestimmt die Tonhöhe, die andere verändert die Lautstärke. So entsteht ein einzigartiger elektronischer Klang...

Barbara Buchholz - "Moonstruck"

Lange Zeiträume hat Barbara Buchholz in Russland verbracht, um sich als Meisterschülerin von Lydia Kavina, der Großnichte Lev Termens, dem Erfinder dieses Instrumentes, intensiv mit dessen Klangmöglichkeiten auseinander zu setzen. Berühmt wurde der Klang des Theremins durch die Filmmusik zu "Spellbound" von Alfred Hitchcock (deutscher Titel: "Ich kämpfe um dich"), wo sein eigenartiger Klang die Psychose von Gregory Peck musikalisch bebildert.

Mit "Moonstruck" legt Barbara Buchholz nach "theremin-russia-with-love" ihr neues Album unter eigenem Namen vor. Dieses Mal hat sie viele Kollegen um sich geschart. So finden sich unter anderem der norwegische Trompeter Arve Henriksen, die Berliner Allroundmusikerin Ulrike Haage, der Nu-Jazz Komponist Jan Krause und das Kammerflimmer Kollektiv harmonisch auf "Moonstruck" vereint. Dadurch erklingen auf diesem Album nicht nur viele verschiedene Instrumente wie Kontrabass, Geige, Trompete, Harmonium, Gitarre, Saxophon oder Vibraphon im Zusammenspiel mit dem Theremin, sondern es treffen auch sehr unterschiedliche musikalische Ansätze in diesen Zusammenarbeiten aufeinander.

Trotzdem hört man, dass es der Thereminspielerin nicht allein darum ging, die Vielseitigkeit ihres Klangerzeugers in den Mittelpunkt zu stellen. Ganz im Gegenteil, es ist erstaunlich, wie sich die Solistin Buchholz bei diesem gemeinsamen Musizieren zurücknimmt und tatsächlich alles auf eine gleichberechtigte Zusammenarbeit hin steuert. Manchmal ist gar nicht richtig unterscheidbar, welches Instrument welche Töne hervor bringt, so dicht verwebt sie die schwebenden, geradezu "unfaßbaren" Töne ihres Klangerzeugers mit denen ihrer Kooperationspartner. Trotzdem, oder gerade wohl deshalb, ist die Musik auf "Moonstruck" vielschichtig und spannend.

Buchholz lässt sich "von Horn oder Flöte inspirieren und kommt zu Klängen, die für das Theremin eher ungewöhnlich sind." Drüber hinaus klingt das Album, als hätte sich der Titel des Albums, die "Mondsucht" zum Thema der gemeinsamen Arbeit entwickelt. Die Musiker spielen eine Musik, die wie glitzerndes Mondlicht auf nächtlichen Wasserflächen klingt. Allerdings sind die Stücke stellenweise leider zu kurz, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Man hat den Eindruck, auf diesem Album finden sich genug Ideen für ein Doppelalbum. Schade eigentlich. Wer sich noch nie mit dem Theremin beschäftigt hat, wird auf "Moonstruck" sicher viele anregende Momente finden, wohingegen jeder Kenner dieses Klangerzeugers von diesem Album begeistert sein wird.

Michael Freerix

CD: Barbara Buchholz - "Moonstruck" (Intuition INT 3402 2)

Barbara Buchholz im Internet: www.barbarabuchholz.com

Intuition Records im Internet: www.intuition-music.com

Cover: Rafael Jimenez Heckmann

© jazzdimensions 2008
erschienen: 13.7.2008
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