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Jean-Paul Bourelly - "CutMotion"

Diese CD springt wirklich unmittelbar in die Handlung! Bereits mit dem ersten Ton wähnt sich der Hörer inmitten einer brodelnden Live-Session mit dem Gitarristen Jean-Paul Bourelly im Zentrum des Bühnengeschehens. Ganz stimmt dies zwar nicht – hier wurde schon geplant und nicht völlig spontan vorgegangen. Aber live ist es allemal und eine Session, die "CutMotion" zugrunde liegt hat es wirklich gegeben...

Jean-Paul Bourelly - "CutMotion"

Genauer gesagt war dies nicht eine einzige Session, sondern einige und sie spielten sich bereits vor geraumer Zeit in der Schweiz ab, in einem Club in Zürich namens B-Flat (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Berliner Club). Jener Club existiert zwar nicht mehr, Bourellys Bekanntschaft mit dessen Eigentümer Beat Kennel, die damals begann, jedoch umso mehr. Als Aufnahmen der alten Sessions auftauchten, fühlte Bourelly sich veranlasst, das Material tatsächlich zu verwenden – allerdings nicht einfach die Mittschnitte, sondern die Ideen als Grundlage für vollständige Neueinspielungen.

So geschah es dann auch, an zwei Tagen auf der Bühne des Clubs Bazillus (wiederum in Zürich). Die vorliegende CD besteht aus miteinander verzahnten Aufnahmen beider Abende, die in unterschiedlichen Besetzungen entstanden. Neben Bourelly an der Gitarre sind zu hören (erster Tag): Singha Dee (dr), Manu Rindlisbacher (b), Maze Salami (g), Jürg Grau (tp), Thomas Grünwaldt (b-sax) und Michael Flury (tb). In der anderen Besetzung sitzt Julian Sartorius am Schlagzeug, ansonsten sind dabei Mansour Lette (voc), Nazeem Hasnaoui (g), Valentin Bächi (keys), Fabio Freire (perc) und Flo Gotte (b) – es wäre unfair, einen dieser hervorragenden Leute zu übergehen.

Einzelne Stücke herauszugreifen, ist kaum erforderlich – die CD groovt von Anfang bis Ende und lässt kein Auge trocken. Nur die Bühne muss man sich denken (wozu aber gar nicht viel Phantasie erforderlich ist). Fett. Sehr fett. Bourellys Gitarrenspiel ist (wie immer) beeindruckend, die Band ungeheuer tight (zumal für eine Session). Die Idee, beide Besetzungen ziemlich abwechselnd auf die Scheibe zu nehmen kommt dem Gesamtbild sehr zugute.

Hier und da (z.B. bei "Funkatrail Line") erinnert die Musik an Defunkt (in einer ihrer guten Phasen). Ansonsten muss noch einmal betont werden: Bourelly ist NICHT Hendrix (Ähnlichkeiten sind dennoch nicht von der Hand zu weisen)! Bourelly nämlich lebt – und nimmt weiter gute Platten auf, über die man sich freuen kann. So wie "CutMotion" eben.

Frank Bongers

CD: Jean-Paul Bourelly - "CutMotion" (JPgotmangos JPGM 032007)

Jean-Paul Bourelly im Internet: www.bourelly.com

Cover: keecee-illustrators

© jazzdimensions 2008
erschienen: 15.6.2008
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