Jazzdimensions
www.jazzdimensions.de: jazz, worldmusic, songwriting & more
home / reviews / others / 2007
Suzanne Vega - "Beauty & Crime"

Ein Ausbund an Produktivität war Suzanne Vega nie – rechnet man die Compilation "Retrospective" von 2003 nicht mit, ist "Beauty & Crime", Vegas diesjähriges Debüt auf Blue Note, gerade ihre siebte Scheibe in über zwei Jahrzehnten. Das letzte "echte" Album "Songs in Red And Gray" liegt dabei bereits sechs Jahre zurück. In diesem Sinne kann "Beauty & Crime" gut als Neubeginn durchgehen.

Suzanne Vega - "Beauty & Crime"

Von ihren anfänglichen Folkroots begann Suzanne Vega sich bereits 1992 zu lösen – DNA hatten gerade mit einem Remix von Vegas Song "Tom's Diner" (von "Solitude Standing") einen Welterfolg gelandet – um mehr Beats und Elektronik in die Produktionen einfließen zu lassen. Ob dies eine weise Entscheidung war, sei dahingestellt. Jedenfalls wurden die Pausen zwischen den Alben nachfolgend länger, wuchsen von vier auf schließlich sechs Jahre. Spektakuläre Hits blieben aus, jedoch bewahrte Suzanne Vega stets ihre Solidität und ein Maß an Präsenz.

"Beauty & Crime" versucht wohlweislich nicht, musikalisch nahtlos an die Vergangenheit anzuknüpfen, dennoch ist Vergangenheit, das Vergehen der Zeit und dessen Bewältigung – speziell bezogen auf Suzanne Vegas Heimatstadt New York – das zentrale Thema der CD. Ohne weitere Erklärungen (die das Booklet nur spärlich bietet), sind die Texte kaum zu dekodieren, die Songs wirken hier und da spröde und lakonisch ("Zephyr"), wissen aber gelegentlich auch mit schwungvollem, rockigem Pop-Appeal zu überzeugen ("Frank & Ava").

Wo "Edith Wharton's Figurines" wie ein schwacher Nachhall von "Marlene On The Wall" wirkt, löst "Ludlow Street", Vegas Reminiszenz an ihren verstorbenen Bruder Tim, alle Erwartungen ein, die man an diese Künstlerin haben könnte – ein hypnotischer Fluss gepaart mit einer unwiderstehlichen Melodie saugt den Hörer geradezu ein. Allein hierfür lohnt sich das Album bereits. Leider bleiben die restlichen Songs von der Stärke des Materials weit hinter "Ludlow Street" zurück; auch schade, dass Vegas früher immer originelle Gitarre meist weit im Hintergrund bleibt.

Der große Wurf ist "Beauty & Crime", abgesehen von der einen Perle diesmal nicht. Mag sein, dass Suzanne Vega auch durch die Zusammenstellung ihrer Lyrik- und Prosasammlung "The Passionate Eye" ein wenig abgelenkt war. Sie ist wieder da und das ist gut. Auf das nächste Lebenszeichen möchten wir aber nicht so lange warten.

Frank Bongers

CD: Suzanne Vega - "Beauty & Crime"
(Blue Note Records/EMI 0946 3 68270 2 5)

Suzanne Vega im Internet: www.suzannevega.com

Blue Note Records im Internet: www.bluenote.com

Cover: Carla Leighton

© jazzdimensions 2007
erschienen: 12.8.2007
   home | interviews | reviews | clubtermine | tourtermine | festivaltermine | news | links
Sitemap  |   Impressum

 
interviews
reviews
live/clubs/berlin
live/on tour
live/festivals
news
links
home
info@jazzdimensions.de
Diese Seite drucken/Print this page
Empfehlungen: