Reykjavik heißt die Stadt, aus der Olafur Arnalds kommt genauer gesagt, stammt er aus einem Rykjaviker Vorort mit dem klangvollen Namen Mosfellsbaer. Mit "Eulogy For Evolution" hat Arnalds ein für seine eben 20 Jahre ungewöhnliches Album geschaffen: melancholisch, traurig, episch wirkt der Klang seiner selbst komponierten, arrangierten und produzierten Stücke.
Olafur
Arnalds - "Eulogy For Evolution"
Dem Pianisten, der eher als "Multiinstrumentalist" zu bezeichnen wäre hört man ihn hier doch auch an Gitarren, Drums, Orgel, Bass und Melodica geht es in seiner Musik ganz offensichtlich um eines: er erzählt mit jedem Track (für die es im Übrigen keine Namen gibt) eine Geschichte. Oder anders gesagt, reihen sich die Stücke wie die Kapitel eines Buches aneinander. "Eulogy For Evolution" erscheint vor allem als Erlebnispanorama und somit als Umsetzung von Islands lanschaftlicher Weite und möglicherweise deren Menschenleere zu sein. Aber hier überinterpretiert jeder Rezensent gerne mal schnell…
Ein Streichquartett schafft zu Arnalds jeweilig gefeaturtem Instrument, insbesondere aber zu seinen Pianosounds, einen "klassisch" anmutenden Hintergrund. Was der Musiker und Komponist, der sonst bei den isländischen Hardcore Bands "Fighting Shit" und "Celestine" den Posten des Schlagzeugers einnimmt, mit seinem Soloalbum hier schafft, lässt sich nur mit dem Begriff "Klangkunst" umreißen.
Ein starkes Statement, diese CD. Ob sie allerdings wirklich in die gerne herangezogene Schublade "Indie Music" passt, erscheint in dem Zusammenhang eher nebensächlich. Diese Musik ist einfach schön.
Carina Prange
CD: Olafur Arnalds - "Eulogy For Evolution" (Progression Records/Soulfood Prog 010)
Olafur Arnalds im Internet: www.olafurarnalds.com
Soulfood Music im Internet: www.soulfood-music.de
Cover: Jonas Valtvsson