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Robert Fripp - "Exposure"

Weniger die Fortsetzung von King Crimson mit anderen Mitteln, als eine mögliche Erwiderung auf die damals in voller Blüte befindliche Punkära muss Robert Fripp umgetrieben haben, als er 1979 sein erstes Soloalbum "Exposure" herausbrachte. Nun gibt es das Album also wieder, gedoppelt mit einer neu abgemischten Version mit Bonusmaterial. Lohnt sich's?

Robert Fripp - "Exposure"

So einfach lässt sich die Frage nicht beantworten. Zunächst: CD 1 enthält, allerdings digital remastert, die siebzehn Stücke der Originalversion, wie sie 1979 auf Schallplatte (sowas gab es damals ja noch) veröffentlicht wurde – dementsprechend nennt sich dies "Exposure, First Edition". Die zweite CD stellt eine neu gemischte Version des Albums dar, die auf einer Neuabmischung von 1983 basiert, die als "Second Edition" bezeichnet wurde. Anders als damals wurde bei drei Tracks eine neue Gesangsspur mit Darryl Hall (ja, der von "Hall & Oates") eingesetzt, weshalb die nun als CD vorliegende Version auch "Third Edition" betitelt ist.

Auch die zweite CD enthält die Stücke des ursprünglichen Albums, der Sound ist, vielleicht der 80er-Jahre Ästhetik geschuldet, etwas präsenter, mit weiter nach vorne gemischtem Schlagzeug und zum Teil unter Verwendung anderer Tonspuren. Zum Glück wurde weder 1983 noch heute versucht, das Album komplett anders darzustellen (eine oft gepflegte Unsitte), sodass nicht von besser oder schlechter geredet werden kann, sondern nur von "verschieden". Die alte Version mag federnder klingen, die neue kantiger.

Die Musik selbst ist über jeden Zweifel erhaben, progressiver Rock mit paranoiden Unterströmungen, der durchaus an King Crimson erinnert. Daneben finden sich aber auch andere Richtungen wieder, collagenhafte Stücke, durch Fripps "Frippertronics" geprägt oder purer Rock 'n Roll, wie er durch Bowie inspiriert sein könnte. Auch die Beteiligung von Musikern wie Eno, Peter Hammill, Phil Collins (am Schlagzeug bei "Disengage") und nicht zuletzt die Stimme von Darryl Hall, der nicht nur Pop singen kann, machen das Album sammelwürdig.

Die fünf Bonustracks mit alternativen Versionen runden das Paket ab. Ob man Fripps Meinung, die neue Version "klinge besser denn je" teilt, oder nicht, ist Geschmackssache. Hörenswert ist "Exposure" allemal und ein eingehender Vergleich beider Fassungen hochinteressant.

Frank Bongers

2CDs: Robert Fripp - "Exposure" (Galileo Music DGM0602)

Robert Fripp im Internet: www.robertfripp.com

Galileo Music Communication im Internet: www.galileo-mc.de

Cover: n.n.

© jazzdimensions 2006
erschienen: 15.12.2006
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