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Plastic Art Foundation - "Escabur"

Als die PAF im Jahr 2003 mit dem Album "Sandbrot" an den Start ging, merkte man schnell, dass diese Formation bereit ist, Grenzen zu überschreiten. Mit einer eigenen Auffassung von Avantgarde weitete sie Kunst wie Klangkosmos aus, bediente sich und erzeugte musikalische Archetypen.

Plastic Art Foundation - "Escabur"

Drei Alben weiter, bei wechselnden Besetzungen, bildet der künstlerische Leiter Carlo Crameri (g, lyrics) nach wie vor den Kristallisationspunkt und den konstanten Faktor. Eine bleibende Besetzung bildete sich seit einiger Zeit heraus, in Form von Arild Andersen (b), Marc Halbheer (dr) und Paolo Vinaccia (perc). Neu dazugestoßen ist Martin Tillmann (cello), der "die Protagonisten zu neuen musikalischen Abenteuern" inspirierte. Geblieben ist die Verbindung von kunstvoll gestaltetem Cover und höchst eigenständiger Musik.

"Escabur" gliedert sich in die drei Hauptteile "Euphon", "Oasis" und "Combo Tratto". Wie es sich für die PAF gehört, brach die Band auch für dieses Album zu neuen Ufern auf. E-Bass, elektrisch verstärktes Cello und Keyboards liefern die elektronische Kulisse, vor der sich das restliche, akustische Instrumentarium gruppiert. Die Musik besitzt äußerlich absoluten Sessioncharakter - und so ist es auch gedacht.

Nicht grundlos fühlt man sich gelegentlich an "Bitches Brew" erinnert; ähnlich ausufernd und raumgreifend sind auch diese Kollektivkompositionen gestaltet … "Escabur" hat dabei aber auch etwas ganz Eigenständiges. Musik wird zum Klang, der Klang wieder zu Musik - Expressivität und melancholische Langsamkeit reichen sich die Hand, Weltmusik und Jazz verbinden sich, kantige, improvisierte Sounds lösen sich ins Melodiöse auf.

Fortwährende Wiederholung, Repetition, ist hier bewusst eingesetztes Mittel - so katapultieren sich die fünf Musiker immer schneller, immer tiefer in eine Klangwelt, die aus sich bewegenden, rhythmischen Elementen zusammengesetzt ist, deren Tanz scheinbar ständig an Geschwindigkeit zunimmt. Für das Soundexperiment, das "Escabur" auch darstellt, hat man in Jan Erick Køngshaug und den Osloer Rainbow Studios den richtigen technischen Partner gefunden. Und irgendwie - woran das wohl liegt? - klingt es natürlich auch nach ECM-Alben und nordischem Jazz.

"Escabur" ist ein interessantes Album geworden, immer wieder anhörbar. Und der sich beim Hören auftuenden Vorstellungswelt sind keine Grenzen gesetzt.

Carina Prange

CD: Plastic Art Foundation - "Escabur" (Golton Gol 00106-2)

Plastic Art Foundation im Internet: www.plastic-art-foundation.com

Golton Records im Internet: www.plastic-art-foundation.com

Cover: n.n.

© jazzdimensions 2006
erschienen: 23.11.2006
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