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Doran/Stucky/Studer/Clarke - "Jimi"

Der aus Irland stammende, in Luzern lebende Gitarrist Christy Doran hat auf der europäischen Jazzbühne seine Spuren hinterlassen. So durch seine Mitwirkung beim Electric-Jazz Quartett OM oder seine Kollaborationen mit Albert Mangelsdorff, Stefan Wittwer, Han Bennink und Ray Anderson. Mutig, oft kompromisslos ist er seinen Weg der musikalischen Offenheit gegangen – sich virtuos aus Jazz, freier Musik, Art-Rock, Noise bedienend. Renommierte Plattenfirmen wie ECM oder HatHut haben seine Projekte aufgenommen und veröffentlicht.

Doran/Stucky/Studer/Clarke - "Jimi"

Einen besonderen Platz im Schaffen dieses herausragenden Musikers nimmt die Musik von Jimi Hendrix ein. 1995 veröffentlichte Doran "Play the music of Jimi Hendrix" (u.a. mit Phil Minton und Django Bates). Zehn Jahre später nun "Jimi" mit der Bassistin Kim Clarke, dem Schlagzeuger Fredy Studer und der Vokalistin Erika Stucky.

Hendrix hatte seit jeher eine magische Anziehungskraft auf viele Jazzmusiker. Wie kaum ein anderer schaffte der charismatische Gitarrist den Brückenschlag vom Rock hin zu hochkomplexen Formen und Improvisationen. Hendrix rebellischer Habitus, die schiere Energie und Intensität gepaart mit einer ungeheueren Musikalität lösten einen Sturm aus. Hendrix stand für Aufbruch und visionären Umbruch.

"I'm not too sure about the answer. But I do know the question. And the question is yes.", fabuliert die Stucky am Ende von "Voodoo Child" das Credo der Band. Lassen wir uns ganz Ja auf den Prozess ein. Die Ergebnisse werden folgen.

Doran und Co. nutzen die elf Songs als Matrix für Abenteuerein und nicht als ästhetisierenden Zähmungsversuch. In den Arrangements wird Bezug auf die vielfältigen Aspekte des musikalischen und lyrischen Kosmos von Hendrix genommen. Dessen psychedelisch-surreale Texte über bemerkenswerte poetische Qualitäten verfügen, die sie mit zu den besten der Ära machen. Hexentochter Erika Stucky singt nicht, sie zelebriert die Hendrixsche Lyrik, schreibt sie um und fort.

Dorans Spiel verfügt über eine großartige Präsenz, ist messerscharf auf den Punkt gebracht. Kaum hörbar deutet er im Hintergrund wenige Akkorde an, um im nächsten Augenblick förmlich zu explodieren. In seinen Imrpovisationen schafft er immer neue Spannungsbögen, weitere Steigerungsmomente.

"Jimi" ist eine bemerkenswerte Verneigung vor einem großen Musiker.

Herbert Federsel

CD: Doran/Stucky/Studer/Clarke - "Jimi" (Double Moon/Challenge Records DMCHR 71048 )

Christy Doran im Internet: www.christydoran.ch

Double Moon im Internet: www.doublemoon.de

Cover: n.n.

© jazzdimensions 2006
erschienen: 13.3.2006
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