Barry Romberg kann auch anders. Als Drummer von 'Inside Out', einem klassischen Jazz-Trio, ist uns Romberg letztes Jahr auf deren CD "What is this thing?" bereits einmal begegnet. Als Bandleader dagegen schlägt der Kanadier andere Töne an: Bizarr-schöne Sound-Experimente auf "Random Access Part 3" lassen nun aufhorchen.
Barry
Romberg - "Random Access Part 3"
Es gibt verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten für den Namen der Serie, deren dritter und letzter Teil nun vorliegt. "Zufalls-Einstieg" wäre ein Versuch, oder vielleicht "Chaos-Anfall": In jedem Fall aber geht es bei "Random Access" um einen sehr freien Zugang zu improvisierter Musik. Rombergs akustische und elektronische Perkussion trifft hier auf eine ungewöhnliche Besetzung mit Violine, E-Gitarre, Saxophonen, Fender Rhodes und Bass.
Dabei begegnen uns Klang- und Stimmungsbilder, die nur scheinbar strukturlos anmuten: Es klappert, rauscht, kreischt zwar mächtig, die musikalische Dramaturgie, das allmähliche Übereinanderschichten mehrerer Klangebenen macht Teil drei von "Random Access" jedoch zu einem echten Hörerlebnis. Der Sound etwa des zweieinhalbminütigen "Not A Spec Of Cereal" weckt starke Assoziationen an die Electric Aufnahmen eines Miles Davis Anfang der 70er-Jahre.
Zum Ziel seines Labels "Romhog Records" erklärt Romberg die "Stärkung der improvisierenden Musikszene Kanadas". Mit "Random Access" setzt er selbst in dieser Sache einen starken Akzent.
Johannes Kloth
CD: Barry Romberg - "Random Access Part 3"
(Romhog Records Romhog 109)
Barry Romberg im Internet: www.barryromberg.com
Cover: Howard Gaul