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Coldplay - "X&Y"

"A rush of blood to the head" war, wie zuvor schon das Coldplay-Debüt "Parachutes", eine einzige große Pralinenschachtel, jeder nahm sich heraus, was ihm am besten gefiel. Man selbst stand besonders auf "God put a smile upon your face", die Freundin schmolz bei "In my place" dahin und die Kollegen schwörten auf "Clocks". So fieberte man selbst, die Freundin, die Kollegen wie Millionen andere Infizierte lange ungeduldig dem dritten Album der vier smarten Briten entgegen.

Coldplay - "X&Y"

"X&Y" heißt das Werk, das Frontmann Chris Martin (voc, g, p) vorab schon mal als "best album of all the time" bezeichnete. Lange haben sie daran gestrickt, länger als eigentlich beabsichtigt. Detail versessen wie eh und je wollten Chris Martin, Guy Berryman (b), Jon Buckland (g) und Will Champion (dr) das gute Stück erst präsentieren, wenn sie hundertprozentig zufrieden damit sind. "X&Y" knüpft nahtlos dort an, wo "A rush of blood..." aufgehört hat. Und es hat wieder alles, schmerzhaft schöne Balladen ("Fix you", "Swallowed in the sea"), mitreißenden Gitarrenrock ("Square One") und sphärisch klangvolle Hymnen ("Speed of Sound", "White Shadows").

Bedächtige Anfänge enden oft im Crescendo; natürlich hat das Stadionqualität – Coldplay sind nicht zufällig eine der, wenn nicht sogar die zur Zeit beste Live-Band der Welt. Mindert das die Qualität der Songs? Nicht im geringsten! Dass ihr sensibel gestricktes Geflecht aus wunderschönen Melodien, getragen von poetischen Texten und der ungewöhnlich melancholischen Stimme von Chris Martin – nicht im klassischen Sinne schön, aber immer zu Herzen und unter die Haut gehend – ebenso im heimischen Wohnzimmer wie auf großer Bühne Wirkung entfaltet, ist eine besondere Stärke der Band, keine bewusste Anbiederung an den Mainstream, wie ihnen neuerdings von verschiedenen Seiten vorgeworfen wird.

Ob es das beste Album aller Zeiten ist, sei dahingestellt, ein Juwel ist es auf jeden Fall. Doch Vorsicht, wie bei Coldplay üblich, erschließen sich einem die Highlights, diese besonderen Momente nicht sofort, man muss, ja soll die Platte unbedingt mehrmals hören, um hinter ihre Geheimnisse zu kommen. Glauben Sie mir, jeder Zuhörer wird schließlich 'seinen' Song finden. Bei mir selbst könnte "White Shadows" das Rennen machen ... doch ich höre lieber noch ein paarmal rein, bevor ich mich festlege. Es wäre also soweit: "X&Y", die verführerisch prall gefüllte Pralinenschachtel ist hiermit geöffnet. Meine Damen und Herren, greifen Sie herzhaft zu!

Peggy Thiele

CD: Coldplay - "X&Y" (Capitol/EMI 3112802)

Coldplay im Internet: www.coldplay.com

EMI Music im Internet: www.emimusic.de

Cover: n.n.

© jazzdimensions2005
erschienen: 3.7.2005
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