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Johnny Cash - "The Legend"

Unbestritten gehört Johnny Cash neben Hank Williams zu den bedeutendsten Künstlern, die die County Musik zu bieten hat. Dementsprechend groß, was bei dem Umfang seines Oevres auch nicht verwunderlich scheint, ist die Auswahl an "Best Of" und vergleichbaren Kollektionen von Johnny-Cash-Material. Man kann aber noch eins draufsetzen....

Johnny Cash - "The Legend"

Sony gelingt dies mit der, vier CDs umfassenden, Compilation "The Legend" tatsächlich. Die Sammlung ist nicht einfach ein chronologischer Abriss der größten Hits (dies ist sie auch, aber eher "nebenbei"), vielmehr finden sich auf den einzelnen Scheiben jeweils themenbezogene Sammlungen, die in ihrer jeweiligen Zusammenstellung auch einzeln bestehen können.

Die erste CD ist in der Tat eine "Greatest Hits"-Sammlung, von den Anfängen 1956 bis 1979 und reiht diejenigen Songs aneinander, die die damaligen Country-Charts toppten. Das sind nicht wenige – am bekanntesten vielleicht "I walk the line" und "Ring of Fire" (man könnte auch beliebige andere nennen). Schön zu hören, aber in den meisten Sammlungen bereits enthalten.

Interessanter ist hier bereits die zweite Scheibe, die Singles und Raritäten unabhängig möglicher Chartspositionen vorstellt. Dies beginnt bei Cashs erster Single "Hey Porter" von 1955, bewegt sich durch seltener Gehörtes wie "Luther played the Boogie" und schmückt sich obendrein mit drei noch nicht veröffentlichten Songs ("Doin' my time", "I'm never gonna roam again" und "When I'm gray"). Dies ist schon ein besseres Argument.

CD Nr.3 zeigt Cash einmal nicht als Songschreiber sondern als Interpreten – eine Lektion in der Geschichte der Amerikanischen Country & Western Musik: von "The Streets of Laredo" bis "The Legend of John Henry's Hammer" ist alles enthalten. Ob Cash oder Williams den Song "I'm so lonesome I could cry" besser interpretiert, ist Ansichtssache – Cash zeigt sich weniger lakonisch als Williams, kann aber (wie z.B. bei "Bury me not on the lone prairie") genauso todtraurig rüberkommen. Zwei weitere unveröffentliche Stücke.

Die vierte CD steht unter dem Motto "Family and Friends". Dazu zählen, neben June Carter Cash, Tommy Cash und der Carter Family auch andere erwartete Gäste, wie Willie Nelson, Kris Kristofferson, Bob Dylan oder Waylon Jennings, aber auch "unerwartetere" wie Elvis Costello und U2. Dies ist zwar nicht "Cash pur", aber interessant, unterhaltsam, sowie auch musikalisch hochrangig.

Insgesamt ist die Box "The Legend" eine lohnende Zusammenstellung, die für Fans vielleicht eher wegen der insgesamt sieben unveröffentlichten Songs interessant ist. Alle anderen, speziell die Cash-Neulinge (gibt es die?), können hier einen guten, umfassenden Einstieg in die Musik des "Man in Black" finden.

Frank Bongers

4CD: Johnny Cash - "The Legend" (Sony/BMG )

Johnny Cash im Internet: www.johnnycashonline.com

Sony im Internet: www.sonybmg.de

Cover: n.n.

© jazzdimensions2005
erschienen: 31.8.2005
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