Eine, auf eine CD beschränkte und remasterte, echte "Best Of"-Zusammenstellung dieser möglicherweise wichtigsten Band der frühen 80er Jahre war mal fällig: Einen entsprechenden Versuch gab es zwar bereits vor zehn Jahren, dieser konnte aber wegen unangemessener Betonung des Spätwerks als gescheitert gewertet werden. Hier ist das zum Glück nicht der Fall.
Talking
Heads - "The Best of ..."
Der Erfolg der ganz frühen Talking Heads kann heute nur vor dem Hintergrund der damaligen Musikszene verstanden werden. Die drei, jene Phase "77" repräsentierenden Stücke wirken, anders als im Originalkontext, seltsam unreif. Im Zeitrafferkontrast deutlich wird aber der beinahe unheimliche Wandel der Band, die sich bis zu "Speaking In Tongues" von Platte zu Platte so gekonnt neu erfand und perfektionierte, dass sie für eine glorreiche Zeit, von 1978 bis 1984, zum Prototypen des New Wave wurde.
Stücke aus dem Soundtrack "Stop Making Sense" (noch immer bester Konzertfilm) sind nicht enthalten, erst "Little Creatures" und "True Stories" steuern wieder drei Songs bei. Zwei Stücke des Albums "Naked" schließen die Zusammenstellung ab man merkt jedoch, dass die Band hier ihren Zenit bereits überschritten hatte: Sozusagen also ein "postalisch abgeschlossenes Sammelgebiet", bei dem das unbefangene Wiederhineinhören jedoch seltsam Freude macht.
Kehrseite der Beschränkung: Wer seine Lieblingsstücke vermisst, muss eben zu den Originalplatten greifen, oder zur Box "Once in a Lifetime", die klar, bei vier CDs wirklich alles Wesentliche enthält.
Frank Bongers
CD: Talking Heads - "The Best of ..." (Sire/Warner 8122-76488-2)
Talking Heads im Internet: www.talking-heads.net
Sire Records/Rhino im Internet: www.rhino.com
Cover: Hugh Brown