Jozef van Wissem - "Simulacrum"
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Die Laute war im 17. Jahrhundert das verbreitetste Instrument in Europa. Heute längst von Gitarre und Bass verdrängt hört man sie kaum noch. Dass dieses über vierhundert Jahre alte Saiteninstrument sehr aktuell klingen kann, beweist der Niederländer Jozef van Wissem auf eindrucksvolle Weise.
Jozef
van Wissem - "Simulacrum"
Seine Kompositionen sind stark von Original-Werken des 16. Jahrhunderts beeinflusst, sie klingen dunkel, manchmal fast dumpf. Die über lange Strecken immer gleichen Akkorde vermitteln einem oft den Eindruck, dass die Musik nicht vom Fleck kommt. Einzig die Lautstärke verändert sich hier und da. Doch überraschender Weise halten einen gerade diese monotonen Klangfolgen zum aufmerksamen Zuhören an. Sie nehmen einen quasi gefangen.
Sehr fehl am Platz wirken dagegen die Sprecheinlagen, welche sich zwei-, dreimal zwischen die harmonische Laute mogeln und sich anhören wie undeutliche Bahnhofs-Ansagen. Vielleicht sind es sogar welche. Ansonsten muss man Jozef von Wissem fast dankbar dafür sein, dass er sein Herz an dieses Instrument verloren hat und damit auch noch umzugehen weiß. Musik zum Staunen!
Peggy Thiele
CD: Jozef van Wissem - "Simulacrum" (BVHaast 0104)
BVHAAST Records im Internet: www.bhvaast.nl
Cover: Meeuw / Foto: Jochen Röder