Nach seiner Invasion der Jazzwelt zusammen mit Diana Krall; natürlich erfolgreich , stürmt Elvis Costello die letzte verbliebene Bastion, nämlich die Klassik. Wenn schon, denn schon, muss dies dann auch auf dem renommierten Label Deutsche Grammophon geschehen. Und natürlich erfolgreich...
Elvis
Costello - "Il Sogno"
Was zunächst wie ein Egotrip eines erfolgsverwöhnten Musikers anmutet, der partout ins Lager der ernsten Musik wechseln möchte, entpuppt sich dann doch als Werk, dass denen anderer zeitgenössischer Komponisten durchaus Paroli bieten kann. Ursprünglich als Ballettmusik konzipiert, also als musikalische Illustration einer Aufführung mit Tänzern, ist "Il Sogno" mit tatkräftiger Mithilfe des Dirigenten Michael Tilson Thomas zu einer auch eigenständig hörbaren Plattenaufnahme kondensiert worden.
Und Costello schlägt sich gut auf dem ihm ungewohnten Terrain das Orchesterwerk, dem mit Shakespeares "A Midsummer Night's Dream" auch thematisch guter Stoff zugrundeliegt, klingt farbig, differenziert und nie langweilig. Reminiszenzen an Rock und Jazz liefert die Einbindung von Peter Erskine am Schlagzeug, aber auch andere Solisten glänzen, wie John Harle am Saxophon oder Chris Laurence am Kontrabass.
Gut, kann man jetzt also eine Klassikplatte von Costello ins Regal stellen und braucht sich darum auch nicht schämen. Und daneben passt gleich sein neuer "Delivery Man", denn der Popmusik bleibt der Meister weiterhin treu, ganz nebenbei, wie es scheint...
Frank Bongers
CD: Elvis Costello - "Il Sogno" (DGG/Universal 00289 471 5772)
Elvis Costello im Internet: www.elviscostello.com
Deutsche Grammophon im Internet: www.deutschegrammophon.com
Cover: Mark Seliger