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Foyer des Arts -
"Von Bullerbü nach Babylon"

Für die Wenigen, die es nicht wissen, es vergessen oder aber verdrängt haben sollten: "Foyer des Arts", das ist das Duo Max Goldt und Gerd Pasemann. Was denn, der Max Goldt?, werden sich die Wenigen nun fragen. Ja, genau der. Die skurrile Heimatkunde-Hymne "Wissenswertes über Erlangen" war in den frühen ... – Wie jetzt, das war doch nicht etwa ... Doch, doch, genau der wars!

Foyer des Arts - "Von Bullerbü nach Babylon"

Bevor er in den neunziger Jahren durch seine Kolumne "Kulturtagebuch" im Satiremagazin "Titanic" Kultstatus erreichen sollte – nicht zuletzt durch zahlreiche Buchveröffentlichungen –, schwamm "Onkel Max" in den 80ern eher unfreiwillig auf der Neuen Deutschen Welle mit. Bis heute macht Max Goldt Musik, zur Zeit zusammen mit Stephan Winkler.

"Von Bullerbü nach Babylon" war das erste Album von "Foyer des Arts", und laut Goldts eigener Aussage durfte es damals nicht so erscheinen, wie er und Pasemann es sich gewünscht hätten. Nun also, nach über 20 Jahren, die Neuauflage: Drei alte Tracks flogen raus, drei neue kamen rein und die Reihenfolge wurde geändert. Es ist sicher eine der überraschendsten Wiederveröffentlichungen des Jahres und gleichzeitig eine der erfreulichsten.

Die Platte ist nach wie vor nichts für zartbesaitete Feingeister, denn Lieder wie "Komm in den Garten" dürften sensible Gemüter leicht verstören. Man sollte mit dem leicht anarchisch angehauchten Humor des Pop-Literaten – von feinsinnig über albern bis hin zu makaber – schon etwas anzufangen wissen, um Freude an der CD zu haben. Liebt man seinen Humor, ist man praktisch im siebten Musikhimmel gelandet. Und auch das sollte nicht verschwiegen werden, Max Goldt kann richtig gut singen, wenn er will. Schön zu hören bei "Toulouse-Lautrec" und besonders bei der Synthi-Pop-Nummer "Olympia", wo der junge Goldt stimmlich gar an den jungen Dave Gahan erinnert.

Fazit: "Von Bullerbü nach Babylon" hat auch nach 20 Jahren nichts von seiner Originalität eingebüßt. Es ist ein höchst vergnügliches, sehr authentisches Album mit großem Wiedererkennungs- bzw. Neuentdeckungswert.

Peggy Thiele

CD: Foyer des Arts - "Von Bullerbü nach Babylon" (Version 2003)
(WEA 505 0466-6845-2-2)

Max Goldt im Internet: www.maxgoldt.de.vu

WEA Records im Internet: www.wea.de

Cover: Stephan Katz

© jazzdimensions2003
erschienen: 28.10.2003
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