Sarah-Jane Morris - "August"
Es ist schon ein Wagnis, wenn eine Musikerin kurzerhand einfach ihre Lieblingsplatten aus dem Regal zieht und mit einem langjährigen Bekannten an der Gitarre und dem ein oder anderen Gastmusiker ein Album ihrer Lieblingssongs aufnimmt. Hier gelingt das Wagnis, denn die Musikerin ist Sarah-Jane Morris - und "der Bekannte" ist kein anderer als Marc Ribot.
Sarah-Jane
Morris - "August"
Vergleiche mit den schon als Klassikern bekannten Originalen der gewählten Popsongs drängen sich zwar auf, erweisen sich aber als nicht relevant. Denn: Sarah-Jane Morris gibt sich den Songs voll und ganz hin, versenkt sich, ja "versinkt" sozusagen in ihnen und macht sie sich zu eigen. Mit ihrer rauhen Stimme, die oft beinahe bricht, trägt sie ein enormes Gefühlspotential nach außen. Marc Ribot ist hier als lyrischer Gitarrist zu erleben, der die Sängerin stets dezent unterstützt.
Songs wie "Chelsea Hotel", der Nick Cave-Klassiker "Into my arms" oder auch das rasant und modern eingespielte "Whatever gets you through the Night" von John Lennon reichen sich hier die Hand. Mein Favorit: "Don´t Explain" - ohnehin ein sehr schönes Stück - besonders beeindruckend, weil hier die Protagonisten solo zu hören sind: erst Sarah-Janes starker Gesangspart, dann Marcs ausdrucksstarkes Gitarrensolo. Ein sehr gelungenes Album!
Carina Prange
CD: Sarah-Jane Morris - "August" (Fallen Angel Ltd./Indigo 1475-2)
Sarah-Jane Morris / Fallen Angels Ltd. im Internet:
www.sarahjanemorris.com