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Rolf Julius - "(halb) schwarz"

Ist dies das elektronische Großstadtpendant zu wohligen atmosphärischen Naturaufnahmen à la "Morgenstimmung im Forst"? - Mag sein. Vielleicht braucht der moderne Mensch, während in der Küche das Schnitzel in der Pfanne brutzelt, dazu passende Klänge im Wohnzimmer. Was auch immer die Intention sein mag - "(halb)schwarz" von Rolf Julius ist ein sehr interessantes Werk zeitgenössischer Elektronischer Musik ...

Rolf Julius - "(halb) schwarz"

Rolf Julius verwendet als klangliches Ausgangsmaterial elektronische Störgeräusche - eigentlich also Krach. In der Tat darf man nicht den Fehler begehen, sich diese Aufnahmen über Kopfhörer zu Gemüte zu führen. Die Klänge benötigen Platz - einen Raum zur akustischen Interaktion, und deshalb einen gewissen Schallpegel. Was einen dann umgibt, verdichtet sich zu plastischen Klangwolken - zirpende und dröhnende Frequenzen mischen sich zu einer Klangästhetik, grundverschieden von, aber dennoch artverwandt mit den Intermodulationsklängen von Heavymetal-Gitarren.

Die Aufnahmen dokumentieren Julius' Schaffen über zehn Jahre (von 1989 bis 1998) - was man dem in sich geschlossenen Werk aber nicht anhört: ein würdiger Vertreter für das innovative Label des Podewil. Allerdings keine CD für jeden Tag - ... beim Hören nicht das Schnitzel in der Pfanne vergessen!

Frank Bongers

CD: Rolf Julius - "(halb) schwarz" (x-tract 2001 / ed. rz 4001)

x-tract / edition-rz im Internet: www.edition-rz.de

Podewil im Internet: www.podewil.de

Cover: Jens Wolf

© jazzdimensions2002
erschienen: 12.3.2002
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