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Manfred Maurenbrecher - "Weisse Glut"

Immer wieder muß man damit rechnen, daß Maurenbrecher ein weiteres neues, mehr oder weniger aus dem Alltag gegriffenes Thema findet. Eines, das es wert ist, ironisch betrachtet, durch den Kakao gezogen - oder aber auch trocken und ernst analysiert zu werden. Und mit seiner neuen (inzwischen ist das auch schon fast ein Jahr!) Begleitband "Puls" ist die Umsetzung von "Mauris" Texten - auch Dank der Unterstützung eben dieser Truppe - ein gelungenes Experiment.

Maurenbrecher & Puls - Weisse GlutManfred Maurenbrecher - "Weisse Glut"

Die Grenze zu Saufliedern und ordinären Texten wird von Manfred Maurenbrecher bewußt überschritten - manchmal klingt das ein bißchen zu gewollt, meistens aber ist das Maß genau richtig. Maurenbrecher nimmt eben die Welt ernst und nimmt sie im nächsten Moment auf die Schippe; sich selbst läßt er dabei nicht aus ...

Einige Beispiele gefällig?! "Das" ist ein romantisches Lied mit Klavierbegleitung, "Dickes Ding" erinnert an die Mitsing- und Schwooflieder á la Toten Hosen in ihrer Anfangszeit - und es wird ja auch von der Band mitgesungen. Die Musik paßt sich geschickt den jeweiligen Ausflügen des Sängers und Entertainers an. Besonders sarkastisch geht es im Stück "Die Runde" zu, "Kleine Forscher" ist ein Rückblick in die Kindheit eines jeden von uns.

Weil Maurenbrecher von sich - der Sichtweise eines Mannes in mittleren Jahren - ausgeht, kann es gut sein, daß sich Frauen nicht gerade in dem wiederfinden, was dieser Mann da singt. Und so manche Frauenrechtlerin würde sich sicher bei so manchem Text angegriffen fühlen. Aber das sollte man nicht so ernst nehmen ...
Lassen wir "Mauri" ruhig sein bißchen Macho-Stolz - er steht ihm gut!

Wenn Maurenbrecher an das Gewissen seiner Zuhörer appelliert, dann kommt auch von den anderen Musikern etwas "Appellatives" beim Hörer an. Die Triolen des Flötenspiels im ersten Take der CD, dem Song "Schatten-Wolke-Sonne" z.B. fügen sich wunderbar in den Kontext ein.

Und die Band? Ja, wer sind denn nun Puls? Puls, das sind: Andreas Albrecht (Schlagzeug), Marco Ponce-Kärgel (Gitarre, Mandoline), Kruisko (Akkordeon, Orgel, Strings, Melodika) und Klaus Janek (Bass). Nicht unerwähnt bleiben sollten - weil ebenfalls nicht unwichtig beim Entstehen dieser Scheibe - Richard Westers Saxophonspiel, Claudia Barthel am Cello sowie Ute Bertelsmann, Horst Evers und Bov Bjerg (Stimmen und Chor).

Also, Mauri, weiter so, wir werden dich nach wie vor lieben! - aber eine Frage bleibt: Ist die "Weisse Glut" (Titel) denn nun eine heiße Glut, ist es eine überhitzte Flamme oder glüht das Eisen solange es heiß ist?

Carina Prange

Cover: Claudia Diers

CD: Manfred Maurenbrecher & Puls - "Weisse Glut"
(Conträr Musik, 1999; ISBN: 3-932219-22-8)

Puls im Internet: www.pulspop.de

© jazzdimensions2000
erschienen: 14.1.2000
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