In gemäßigten Jazzkreisen, also in Fusion, Soul, Funk und allem, was sich jazzmäßig abseits abgehobenem Free Jazz oder kopflastigem Bebop bewegt, ist Steve Khan seit vielen Jahren eine feste Größe. Bereits seit den 70er Jahren arbeitet Khan mit Größen wie Soul- und Jazz-Überproduzent George Duke, der unvergessenen Jazz-Legende Miles Davis, mit Steely Dan, den Brecker Brothers oder Superdrummer Billy Cobham zusammen.
Steve
Khan - "Parting Shot"
Kein Wunder also, dass Steve Khan auf seinem neuen, abendfüllenden Longplayer "Parting Shot", der neben Jazz auch seine Liebe zur lateinamerikanischen Musik klar äußert, eine beeindruckende Gästeliste um sich schart. Da findet sich neben Schlagzeuger Dennis Chambers und Perkussionist Manolo Badrena auch Bassist und Gitarrist Anthony Jackson, selbst eine kleine Legende in Sachen zeitgenössischem Jazz.
Die zehn Songs des durchweg pointierten, selbstbewusst aufgespielten Albums setzen sich aus Steve Khans eigenen Songs sowie aus ausgewählten Coverversionen von Ornette Coleman ("Chronology" und "Blues Connotation") oder Thelonius Monk ("Bye-Ya") zusammen und ergeben gemeinsam ein beeindruckend ausgewogenes Bild, dass spielerisch auf höchstem Niveau aufzeigt, dass richtig gut gemachter zeitgenössischer Jazz eben auch über den Bauch und die Füße statt über den Kopf laufen kann.
Im Booklet findet sich neben allen benötigten Infos zur Produktion auch ein kurzer Abriss von Steve Khan selbst über die Hintergründe von "Parting Shot" was will man mehr?! Fazit: Das neue Steve Khan-Album "Parting Shot" ist absolut gelungenes, kurzweiliges Jazz-Entertainment auf höchstem spielerischem Niveau. Aber ohne die nervige Peinlichkeit des erhobenen Zeigefingers der Jazzpolizei. Und das tut so richtig gut.
Michael Arens
CD: Steve Khan - "Parting Shot" (ESC Records ESC 3740-2)
Steve Khan im Internet: www.stevekhan.com
ESC Records im Internet: www.esc-records.de
Cover: Janet Perr