Eine echte Wohltat ist der neue Longplayer des aus Costa Rica stammenden Komponisten und Perkussionisten Luis Munoz. Nicht genug damit, dass Munoz es schafft, zeitgenössischen Jazz so harmonisch und melodisch, zugleich spielfreudig umzusetzen, dass auch Freunde von Pop und Folklore gleichermaßen auf ihre Kosten kommen...
Luis
Munoz - "Invisible"
Munoz schafft es nämlich zugleich, auf gefühlter Ebene den Bogen zu seiner mittelamerikanischen Heimat zu spannen, ohne dabei auf die intellektuelle Tränendrüse zu drücken. So pendelt "Invisible" überaus virtuos, unterhaltsam und anspruchsvoll, ohne aufdringlich zu wirken, auch mal in Richtung Soul und Blues, zurück zu Pop und folkloristischen, mitunter gar sphärisch-esoterischen Gefilden, was sich, zugegebenermaßen, wüst liest, aber durchweg sehr geschlossen und rund anhört.
Gäste sind unter anderem Saxofonist David Binney, Trompeter Jonathan Dane oder die zwei wunderbaren Stimmen von Téka aus Brasilien und Lois Mahalia aus Guyana. Munoz, der die neun Stücke des sehr schönen, Kopfkino hervorrufenden Albums durchweg in Personalunion geschrieben, komponiert, arrangiert, orchestriert und produziert hat, ist mit "Invisible" ein großer, zugleich bescheiden wirkender Wurf gelungen, der vor allen Dingen zeigt, das anspruchsvolle Musik jeglicher Couleur nicht immer kompliziert und verbaut klingen muss, sondern gerade in seiner federleichten Anmutung eine absolute Daseinsberechtigung hat.
Michael Arens
CD: Luis Munoz - "Invisible" (City Hall Records PEL2010)
Luis Munoz im Internet: www.luismunoz.net
City Hall Records im Internet: www.cityhallrecords.com
Cover: Luis Munoz