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Little Women - "Throat"

Nach einer ersten EP unter dem Titel "Teeth" führen Little Women mit "Throat" ihre furiose Fusion von Noise, Jazz und Rock fort. Das Quartett mit zwei Saxophonen, einem Gitarristen und einem Schlagzeuger pendelt zwischen Kakophonie und Melodie hin und her.

Little Women - "Throat"

Obwohl der Bass als erdendes, rhythmisierendes Element nicht Bestandteil ihres Bandkonzeptes ist, fehlt er überhaupt nicht. Im Gegenteil, dieser Mangel an Erdung sorgt dafür, dass Little Women etwas Schwebendes, Losgelöstes haben.

Das Material auf "Throat" basiert auf Improvisationen, die stark durcharrangiert wurden. Die Saxophone weisen den Weg und werden dabei immer wieder von Schlagzeug und Gitarre attackiert. Die vier Stücke – oder vier Sätze – dieses Albums entwickeln eine kraftvolle, betörende Balance zwischen Lärm und Stille.

Unweigerlich kommt der Vergleich zum rauen "Fake-Jazz" und "No-Wave-Sound" des New Yorks der frühen 80er Jahre auf. Aber die vier Musiker von Little Women gehen weiter und wagen es, tonale und atonale Elemente zu einer einheitlich fließenden Musik zusammenzuschweißen, die einen sowohl verstörenden wie auch mitreißenden Eindruck hinterlässt.

Der freie Jazz der sechziger Jahre geht auf "Throat" eine Verbindung mit zerbröselnden Rockstrukturen der Moderne ein und stellt dar, wie kraftvoll und aufwühlend Musik heute klingen kann, ohne ihre Seele zu verlieren.

Michael Freerix

CD: Little Women - "Throat" (AUM-Fidelity AUM 061)

Little Women im Internet: www.myspace.com/littlewomensounds

AUM-Fidelity Records im Internet: www.aumfidelity.com

Cover: Mick Barr

© jazzdimensions 2010
erschienen: 3.11.2010
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