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Kenny Werner - "No Beginning No End"

Dieses Album ist etwas ganz Besonderes, Spezielles, in höchstem Maße Persönliches und dennoch zugleich etwas sehr Allgemeinzugängliches. War das schreckliche Ereignis des tödlichen Autounfalls der Tochter von Kenny und Lorraine Werner letztlich Auslöser und inhaltlicher Motivator für dieses Werk, so stand ein Auftrag, für das Wind Ensemble des MIT zu schreiben am Beginn des Projekt.

Kenny Werner - "No Beginning No End"

An Entwurf und anschließender Aufführung der Komposition "No Beginning No End" durch das Wind Ensemble schloss sich ein Jahr darauf die Neuinterpretation und Erweiterung des Konzeptes in Zusammenarbeit mit Jeff Leverson von Half Note Records an. Somit kam das vorliegende Album nach einem langen Prozess des Geborenwerdens zustande, des Wachsens und der anschließenden Reifung in der Umsetzung in einem Umfeld von Jazz und klassischer Musik zugleich.

Mit einer Vielzahl beteiligter Musiker, ungewöhnlichen Ideen und einer prall gefüllten Kiste von Kreativität und Inspiration – kurz: mit dem Herzblut vieler Beteiligter – wurde das Werk schließlich zu etwas Neuem. Es handelt sich nicht allein um eine Hommage an Katheryn Werner, sondern um die Darstellung der Gefühle, die mit dem Menschsein an sich verknüpft sind. Und so finden wir uns dort buchstäblich wieder, in der Gewaltigkeit und Schönheit der Trauer und Liebe, der Sehnsucht und dem Leiden, im Zauber des Zyklus von Geburt und Tod, von Neugewonnenem und Verlorenem, von überbordender Fröhlichkeit und unendlicher Dramatik.

In Kenny Werners "No Beginning No End" lässt sich sicher noch viel mehr aufspüren, als sich mit diesen wenigen, nach einer im Verhältnis nur oberflächlichen Betrachtung hingeworfenen Zeilen sagen lässt. Wer jedoch Kenny Werners Überlegungen zur Musik bis in die Tiefe folgen möchte, der lese die von ihm selbst geschriebenen Linernotes – und seine Anmerkungen zu den Stücken des Albums.

Die Musik selbst ist einzigartig, sowohl in der Ausdruckskraft der Instrumentalisten als auch der Sängerin Judi Silvano (sie und ihr Mann, Saxophonist Joe Lovano, sind eng mit dem Projekt verknüpft). Für das Album wurde Werner nicht umsonst mit dem "Guggenheim Fellowship Award 2010" ausgezeichnet. Anhören, sich darauf einlassen!

Carina Prange

CD: Kenny Werner - "No Beginning No End" (Half Note/Warner HN 4543)

Kenny Werner im Internet: www.nobeginningnoend.com

Warner Music im Internet: www.warnermusic.de

Cover: Molly Gobel

© jazzdimensions 2010
erschienen: 26.10.2010
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