Die aus New York stammende Jazzsängerin Lua Hadar ist alles andere als „nur“ eine weitere Jazzvokalistin. Dazu fehlt ihr und das ist ein Kompliment , die Gradlinigkeit. Dass das Album in gleich mehreren Sprachen aufgenommen wurde, belegt den internationalen Anstrich, den die Musik, und die Stimme Hadars, ausmachen.
Lua
Hadar with Twist - "World Jazz"
Wurzeln und Inspirationen aus den USA, Italien, Frankreich, Russland, Thailand, Japan, das alles scheint für Lua Hadar nur einen Steinwurf voneinander weg zu liegen. In ihrer Stimme vereinen sich diese Einflüsse zu einer nicht nur sprachlich eigenwilligen Verzerrung, die man hier als Individuell bezeichnen sollte. Lieder von Bronislaw Kaper über Johnny Mercer und Joni Mitchell bis zu Dan Fogelberg (!) werden hier aneinandergereiht und bearbeiten dabei zugleich immer wieder nur eines: Lua Hadaras Stimme, welche die eigentliche Musik zweitrangig werden lässt.
Dabei ist es nicht nur die Klangfarbe ihres Organs, sondern zugleich die Phrasierung, die Betonung, die Akzentuierung ihres Singens, die Spuren hinterlässt, die dem kategorisierenden Albumtitel die Narrenkappe aufsetzt. Ein weiterer Hinweis auf die ausufernden Genreüberlappungen ist auch die Verwirrung den Albumtitel betreffend, der mal mit „World Jazz“, an anderer Stelle mit ihrem eigenen Namen und dem ihrer Band Twist Lua Hadar with Twist angegeben wird. Unwichtig.
Begleitet wird Hadar dabei unter anderem von Jason Martineau (Piano), Andrew Higgins (Bass) und Jim Zimmerman (Drums, Percussion). Lua Hadar With Twist “World Jazz“: ein nicht immer leichtes, aber aus der Menge dankbarerweise anders herausragendes Album.
Michael Arens
CD: Lua Hadar with Twist - "World Jazz" (Bellalua Records 1931)
Lua Hadar im Internet: www.luahadar.com
Bellalua Records im Internet: www.luahadar.com
Cover: Paige Smith