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Kaya Brüel - "The Love List"

Die Schauspielerin und Sängerin Kaya Brüel liefert mit "The Love List" ihr erstes Album seit neun Jahren ab. Der beiliegenden Presseinfo nach sind die dargebotenen Songs jene, die "sie von verschiedenen Orten und Bühnen ihrer Karriere […] mitgebracht hat." Um ehrlich zu sein, das macht mich misstrauisch, klingt das doch zu sehr nach einer weiteren singenden Schauspielerin...

Kaya Brüel - "The Love List"

Doch ich will fair bleiben. Also der Reihe nach. Hören wir uns Brüels Stimme an. Mit der ist alles in bester Ordnung, obwohl hier und da auch schon mal eher gehaucht denn gesungen wird. Was ich, im Zweifelsfall für den Angeklagten, dem Albumkonzept, dem Musikkonzept von "The Love List" zuordne.

Vielleicht merkt man es bereits an dieser Stelle – ich bin kein großer Fan dieses Albums von Kaya Brüel. Da hilft auch der Umstand wenig, dass sie die Enkelin der berühmten dänischen Jazzvokalistin Birgit Brüel ist – allenfalls ein "Aha"-Bonus.

Die Instrumentierung ist, Vokal-Jazz entsprechend aufgeräumt und spursicher und wird von Pianist Jacob Christofferson, Bassist Jesper Bodilsen, Schlagzeuger Jonas Johanson und Trompeter Flemming Agerskov überzeugend hinter den Brüelschen Gesang gelegt.

Was mich also am Album stört? Es ist mehr das Gefühl hinter der Musik. Vielleicht gibt es einfach zu viel Musik da draußen, vor allen Dingen zu viel Jazz, viel zu viel Vokal-Jazz! Weiblichen Vokal-Jazz. Vielleicht ist es aber auch das irgendwie unberührbar dahinplätschernde Songgewusel der elf Stücke, deren Höhepunkt für mich, sollte es überhaupt einen geben, die Coverversion von "You Go To My Head" ist.

Ich bin überzeugt, dass Kaya Brüels Stimme mehr – oder nennen wir es "anderes" – kann. Ich bin nicht überzeugt, dass ich ein großer Fan dieses guten, aber emotional irgendwie unangenehm zu hörenden Albums bin oder werde.

Michael Arens

CD: Kaya Brüel - "The Love List" (Stunt Records STUCD 08082)

Kaya Brüel im Internet: www.kayabruel.dk

Stunt Records im Internet: www.sundance.dk

Cover: Helene Hasen/Paul Wilson

© jazzdimensions 2009
erschienen: 28.1.2008
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