China Moses interpretiert einfühlsam und authentisch das Œuvre der „Queen of the Blues“, Dinah Washington, mit einem Album, das in mehrerer Hinsicht beachtlich ist. Als Tochter von Dee Dee Bridgewater hat man es bestimmt nicht immer leicht. Vor allem nicht, wenn man den gleichen Beruf wie die eigene Mutter gewählt hat...
China
Moses - "This One’s For Dinah"
China Moses ist auch Jazzsängerin und nimmt sich auf dem Album „This one’s for Dinah“, recht viel vor. Sie sieht sich selbst aber nicht nur als reine Sängerin, vielmehr als Entertainerin und hat mit einem sorgsam ausgewählten Ensemble rund um den Pianisten Raphaël Lemonnier eigentlich alles richtig gemacht. Indem sie nämlich nicht bloß bekannte Songs von Dinah Washington interpretiert, sondern die ganze Stimmung und auch den Sound aus den jazzigen 50er-Jahren mitnimmt.
Die ganze CD wurde live eingespielt und mal knarzt der Bass und mal schnarrt das Schlagzeug, aber genau dadurch klingt es eben glaubwürdig. Und es sieht fast inszeniert aus, entspricht aber der Wahrheit: Chinas Großvater war einst Trompeter in der Band von Dinah Washington…
Neben Standards (etwa „Cry me a river“ oder „Goodbye“) sind auch Eigenkompositionen von Moses und Lemmonier („Fine fine daddy“ und, großartig interpretiert: „Dinah Blues“) zu hören, bei denen man sich förmlich durchaus vorstellen kann, dass Dinah Washington bei den Aufnahmen vor dem Mikrophon stand.
Ein großes Live-Studio-Album, das durch die heutige Technik umso lebendiger klingt und das, um das Wort zu strapazieren, ein würdiges „Tribut“ an die große Dinah Washington darstellt.
Christian Salentinig
CD: China Moses - "This One’s For Dinah" (Blue Note/EMI 6931250)
China Moses im Internet: www.chinamoses.fr
Blue Note Records im Internet: www.bluenote.com
Cover: n.n.