Miriam Netti stammt aus Apulien, Italien, und ist Wahlberlinerin. Schon in jungen Jahren bekam sie Klavierunterricht, der sie schließlich mit der Musik von Mina und Ornella Vanoni bekannt machte, die beide in den Siebziger Jahren durch italienische Bossa Nova-Adaptionen auffielen.
Miriam
Netti - "Miriam Netti"
In einem kurzweiligen Mix aus eben jenem Bossa Nova, Jazz-Versatzstücken und italienisch anmutenden Songstrukturen gelingt es Netti, den roten Faden, die italienische Sprache, nicht aus den Augen zu lassen. Dabei wechseln die Tempi ausgewogen und umschiffen die dem Bossa Nova zu unrecht anhaftende Langeweile-Thematik gekonnt.
Produziert wurden die elf Songs von Alessandro Blasetti und Marco Testoni. Der deutsche Pianist und Komponist Christian von der Goltz arrangierte das Album und verließ sich dabei völlig auf Miriam Nettis Stimme, die mal bewegt, mal süffisant, mal erotisch über das Songmaterial wandelt.
Dass Netti, wie könnte es beim Bossa Nova auch anders sein, sich offensichtlich Antonio Carlos Jobim als Hauptinspiration aussuchte, war zwar abzusehen, unterstreicht jedoch den stimmigen und, trotz aller Genrevermischungen zielstrebigen Eindruck, den das italienische Werk zwischen Bossa, Jazz und Pop hinterlässt.
Michael Arens
CD: Miriam Netti - "Miriam Netti" (3Lune Records TLM 1103)
Miriam Netti im Internet: www.myspace.com/miriamnetti
3Lune Records im Internet: www.trelunerecords.it
Cover: Ale Sordi