Gutes Essen hält Leib und Seele zusammen dieses Motto hat sich vielleicht auch die norwegische Band "Food" zu Herzen genommen. Auf den Tisch kommt hier allerdings keine Hausmannskost, sondern ausgefuchst modernistische "Haute Cuisine". Designer-Food sozusagen.
Food
- "Molecular Gastronomy"
Der Vorgang des Kochens ist ja ein chemischer, dessen wichtigste Prozesse auf molekularer Ebene stattfinden. Nämlich dort, wo es um den Geschmack geht. Die beiden hauptsächlichen Köche auf "Molecular Gastronomy" sind der Saxophonist Iain Ballamy und der Schlagzeuger, Perkussionist und Elektroniker Thomas Strønen. Was sie servieren besteht, wie es sich gehört, aus exquisiten und sparsam angewendeten Ingredienzen.
Laut geht es auf "Molecular Gastronomy" also eher selten zu, gearbeitet wird hingegen mit einem Substrat verfremdeter Loops, über die Ballamy seine Sololinien ergießt. Zu zweit ist man sich da meist genug, was der Musik nicht abträglich ist auch so sind hochinteressante Strukturen variabler Dichte darstellbar. Als willkommene Küchenhelfer kommen für einige Tracks der CD zudem noch die Keyboarder Maria Kannegard und Ashley Slater hinzu, die dezent nachwürzen.
Luftiger, elektronischer Jazz, leicht gerührt. Fällt trotzdem nicht, wie manch ähnlich erzeugtes Soufflee gleich wieder in sich zusammen (und ist nicht so süß). Bei Interesse auch in mehreren Gängen hörbar.
Frank Bongers
CD: Food - "Molecular Gastronomy" (Rune Grammofon RCD 2069)
Iain Ballamy im Internet: www.ballamy.com
Thomas Strønen im Internet: www.thomasstronen.com
Rune Grammofon im Internet: www.konnex-records.de
Cover: Kim Hiorthøy