Keyboarder Bob Baldwin setzt mit seinem neuen Album nicht nur im Albumtitel ein klares Zeichen. Denn seine Musik hat sich über die Jahre sehr gewandelt. Was zuletzt handwerklich zwar sehr solider, aber eben auch verkopfter Jazz war, soll nun Smooth Jazz, "Newurbanjazz", werden.
Bob
Baldwin - "Newurbanjazz.com"
Alleine ein Blick auf die Liste der Gäste klingt wie ein eindeutiges Statement: Saxophonist und Smooth Jazz-Hausmarke Najee, die unverwechselbare House-Ikone Jocelyn Brown (die ihren eigenen Klassiker "Somebody Else's Guy" neu interpretiert), Smooth Jazz-Saxophonist Marion Meadows oder Phil Perry, für mich eine der besten Soul-Stimmen überhaupt, sind der Wink mit dem Zaunpfahl.
Die stilistische Bekennung zum Smooth Jazz ist mehr als lobenswert: Sie ist mutig! Ist es doch das Genre, das von eben jenen vermeintlich puristischen Jazzern als populistisches Abfallprodukt zu keiner Zeit ernst genommen wird. Nicht, dass Baldwin nicht schon immer ein Faible für Harmonien und Melodien, für Smooth Jazz hatte. Aber die grundlegende stilistische Ausrichtung hat sich nun endgültig und ohne jede Möglichkeit zur Kehrtwende zum Smooth Jazz bekannt.
Das wird besonders durch die Coverversion von Stevie Wonders "My Cherie Amour" überdeutlich. Natürlich ließ es sich Baldwin nicht nehmen, seine Wurzeln als Mainstream Jazzer hier und da zu konkretisieren nachzuhören bei Songs wie "Third Wind". Es sei ihm gegönnt. Fazit: Bob Baldwin ist im Smooth Jazz angelangt mich freut's! Ob allerdings die Jazzwelt, die Welt der "erwachsenen" Musik, so begeistert sein wird, ist leider fraglich.
Michael Arens
CD: Bob Baldwin - "Newurbanjazz.com"
(Nu Groove Music NUG-2001-2)
Bob Baldwin im Internet: www.bobbaldwin.com
Nu Groove Music im Internet: www.thenugroove.com
Cover: n.n.