Das Trio Résistances gehört seit vielen Jahren zu den interessantesten Ensembles des französischen Free Jazz. Gradlinig und kompromisslos gehen die Musiker Bruno Tocanne (Schlagzeug), Lionel Martin (Saxophone) und Benoît Keller (Bass) einen Weg des nicht geringen Widerstands.
Trio
Résistances - "New Day Volume 1"
Die Musik des Trios ist sperrig, zuweilen rau und sucht mit Konventionen zu brechen. Im Covertext sprechen sich die Musiker gegen die Zwänge des Kommerz aus und plädieren für eine "körperlich und akustisch spürbare Form der Kommunikation". Diese Körperlichkeit, ja Robustheit lässt einen nicht unberührt. Über knackigen Grooves werden die Themen von Linoel Martin nur knapp angerissen, nur um sie sofort wieder zu brechen.
Eine Kampfansage an den klassischen Songaufbau, an die Illusion von der "schönen" Melodie. Martin röhrt in sein Saxofon, überbläst, schreit, sucht die Herausforderung im Energiespiel. Ein Echo auf Albert Ayler. Brüche, Ungereimtheiten und Provokation sind wesentliche Bestandteile des Programms des Trios, das es schafft, Kopf und Gefühle gleichermaßen anzusprechen.
Verantwortlich für die Produktion ist der in Großbritannien lebende Toningenieur und Künstler Luke Gilliam, der auf zwei Stücken auch als Percussionist zu hören ist. Leider fallen die CD-Begleitinformationen reichlich spärlich aus. Vielleicht mag der Untertitel des Albums mit "Contemporary Works" etwas zu prätentiös ausgefallen sein. Ein packendes Statement stellen die Aufnahmen allemal dar.
Herbert Federsel
CD: Trio Résistances - "New Day Volume 1" (Zenphyremos 001)
Trio Résistances im Internet: www.trioresistances.new.fr/
CD Baby im Internet: www.cdbaby.com
Cover: n.n.