Lateralmusic sind die Sängerin Nadja Dehn, Gregor Zimball an der Gitarre, Bassist Thomas Koch und der Schlagzeuger Beni Reimann. Die vier präsentieren auf ihrem zweiten Album eine Art Jazz, wie wir sie nur selten zu hören bekommen. Zunächst mal fällt Dehns Stimme auf, die klar und direkt klingt, irgendwie wellenförmig und plastisch, zugleich schlicht und interessant ...
Lateralmusic
- "Timetables"
Die zwölf vom Quartet selbst verfassten Stücke sind vordergründig ruhiger Vokaljazz, auf Dehns Stimme ruhend. Immer wieder werden jedoch Spritzer aus Afrikanischen, aus Südamerikanischen, ja sogar aus Nordamerikanischen Country-Einflüssen eingestreut, was die Musik zum einen auf einem faszinierenden Level hält, auf anderer Seite Fragezeichen heraufbeschwört..
Nadja Dehns Stimme passt sich dabei immer wieder den oft mysteriös erscheinenden Charakteren der Stücke an. Dadurch passiert es, wie etwa bei "Losing Time", dass sich Frau Dehn etwas zu weit aus dem Fenster lehnt, und ihr die im Vokaljazz so wichtige Stimmkontrolle hier und da (bewusst?) entgleitet.
"Timetables" hat durchaus seine Qualitäten. Stimmungsmäßig scheint immer wieder mal die Sonne durch, doch ein durchgehendes, mysteriöses Thema beherrscht die 47 Minuten Laufzeit. Von Gedanken und Träumen ist im Presseinfo die Rede. Wer David Lynch-Soundtracks mag und Sally Oldfield mochte, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Überzeugend, aber auch fordernd.
Michael Arens
CD: Lateral Music - "Timetables" (Tracks United 4260104 11005 0)
Lateralmusic im Internet: www.lateralmusic.de
Tracks United im Internet: www.tracksunited.com
Cover: Annett Both.