Auf "Single Engine" hält der norwegische Saxophonist Håkon Kornstad nicht etwa nur musikalische Monologe - meist geht es, im Gegensatz zum Titel, üppiger zu: Mit Hilfe einer Loop-Machine tritt Kornstad in virtuellen Dialog mit seinem eigenen Saxophonspiel, erzeugt so geradezu orchestrale Arrangements und ergänzt dies hier und da mit Samples und Sounds aus seinem selbstgebauten Synthesizer.
Håkon
Kornstad - "Single Engine"
In der Vergangenheit hat Kornstad wiederholt Bands und Projekten wie Wibutee, dem Trio von Paal Nilssen-Love oder den "New Conception of Jazz" von Bugge Wesselt oft seine Saxophonstimme geliehen, ist also für eher songorientiertes Arbeiten bekannt. Beim eigenen Soloalbum besteht er hingegen darauf, dass es sich hier um "Tracks" und nicht um "Songs" handle.
Er versuche, so betont er, "aus Stückchen und Schnipseln, die andere hinterlassen haben, etwas Neues und Frisches zu erschaffen." Gelingt ihm sehr gut! Bei Track 8 ("Bånsull") klingt das Ergebnis wie eine Variante der Multiphonics à la Mangelsdorff, nur auf dem Saxophon. Ein erfolgreiches Experiment jedenfalls, diese musikalische Auseinandersetzung des Håkon Kornstad mit sich selbst und der eigenen Gedankenwelt.
Carina Prange
CD: Håkon Kornstad - "Single Engine" (Jazzland / Universal Music 06025 1734982)
Håkon Kornstad im Internet: profile.myspace.com
Universal Records im Internet: www.universal-music.de
Cover: n.n.