In den Linernotes erzählt Anat Fort wie sich mit "A Long Story" ein Kreis für sie geschlossen hat. Denn schon immer war sie fasziniert von der Schlagzeuglegende Paul Motian, der Mitglied in einigen der einflussreichsten Pianotrios der letzten Jahrzehnte war, wie denen von Bill Evans oder Keith Jarrett. Mit seinem subtilen Spiel hat Motion ganz neue Spielräume für sich und seine Mitmusiker geschaffen und so wesentlich zu einer Gleichberechtigung aller Beteiligten beigetragen.
Fort/Robinson/Schuller/Motian
- "A Long Story"
"A Long Story" steht aber auch metaphorisch für das musikalische Konzept der aus Israel stammenden Pianistin. Wie ein Leitmotiv taucht ihre Komposition "Just Now" in drei verschiedenen Variationen am Anfang, in der Mitte und am Ende des Albums auf. Gleichsam einem erzählerischen Faden. Dass neben Jarrett und Evans auch Paul Bley zu Forts Inspirationsquellen zählt, wird in den reflektierend-analytischen Kompositionen und Improvisationen nur zu deutlich. Und dann sind da noch vor allem in ihren Solostücken die Anklänge an die europäische Tradition eines Robert Schumann, Leoš Janácek und Arvo Pärt nicht zu überhören.
Neben Paul Motian wirkten die Klarinettenlegende Perry Robinson und der vielseitige Ed Schuller bei den Aufnahmen mit. Während Fort etwa im Ensemble der Sängerin Ayelet Rose Gottlieb (auf John Zorns Tzadik-Label) für ihr zupackendes Spiel bekannt ist, lebt sie auf "A Long Story" überwiegend ihre lyrische Seite aus. Nicht Dichte sondern Entlösung steht im Vordergrund. Reduktion auf das Wesentliche, manchmal fast schon etwas blutleer. Weniger geeignet für hartbesaitete Gemüter.
Herbert Federsel
CD: Fort/Robinson/Schuller/Motian - "A Long Story"
(ECM Records)
Anat Fort im Internet: www.anatfort.com
Ecm Records im Internet: www.ecmrecords.com
Cover: n.n.