Auf seinem Album "Postcards from California" lehrte er dem E-Bass das Singen. Nun schlägt Cory Combs auch weniger eingängige Töne an. Gekonnt spannt der Bassist aus San Francisco zusammen mit seinem Trio auf "Valencia" einen stilistisch weiten Bogen von Swing bis Free-Jazz.
The
Cory Combs Trio - "Valencia"
Da walkt Combs mit seinem sechsseitigen E-Bass in den tiefsten Lagen, während sich der ausgezeichnete Dan Willis sich in filigran-schwungvolle Saxophon-Lines vertieft. Da gibt Schlagzeuger John Hollenbeck den Beat für stürmische Accelerandi vor und Willis lässt seine Klarinette kreischen.
Da erzählt Combs fünfjährige Tochter von einem Traum und mit liebevollem Witz begleitet sie der Vater auf dem Bass. Immer wieder aber entlässt uns Cory Combs aber auch in vertraute Gefilde: In "Victory Lap fort he Sporting Individual" etwa gibt er einen Bossa-Nova-Groove vor, zu dem Gastmusiker Mike Marshall in die Saiten seiner Mandoline greift. Das nostalgische "Miyazaki" erinnert gar an Yann Tiersens Soundtrack zu "Die fabelhafte Welt der Amélie".
Cory Combs hat für "Valencia" 13 Eigenkompositionen und vier Kollektiv-Improvisationen zusammengestellt. Für ein Album, das Aufmerksamkeit verlangt und als Gegenleistung eine frische Jazz-Mischung bereithält.
Johannes Kloth
CD: The Cory Combs Trio - "Valencia" (Evander Music EM 029 )
Cory Combs im Internet: www.corycombs.com
Evander Music im Internet: www.evandermusic.com
Cover: Chuck Moore