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Chromosomos - "Phonophobis"

Sofort gerät man beim Hören in den Sog des Drum 'n Bass-lastigen "Katrynka". Die weitausschweifenden, elegischen Melodielinien von Tomek Kasiukiewicz (Posaune, Elektronik) und des Altsaxophonisten Lukasz Kluczniak stehen in scharfem Kontrast zum pulsierend-schnarrenden Rhythmusgeflecht, das Artur Dominik (Schlagzeug, Noise, Computer, Kompositionen) und Bassist Marcin Lamch entstehen lassen.

Chromosomos - "Phonophobis"

Nicht mehr ganz unbekannt ist dieses junge polnische Quartett aus Wroclaw, das sich zwischen Hard Bop und M-Base bewegt und dabei raffiniert Elektronik zur Klangestaltung verwendet. Lukasz Kluczniak ist ein versierter Altospieler, der, ungewöhnlich für sein Instrument, in Tongebung und Phrasierung an Jan Garbarek erinnert.

Und wann hat man seit Eje Thelin oder Bill Watrous eine Posaune so elektronisch verfremdet gehört wie bei Kasiukiewicz? Die ungewöhnliche Kombination Posaune-Altsaxofon schafft sowohl klanglich als auch spieltechnisch reizvolle Situationen. So ergänzt oder reibt sich das Legato der elektronisch verfremdeten Posaune immer wieder mit dem Staccato des zupackenden Saxofons.

"Tanzbude", "Sign of Life" und "Etnobyte" sind von Skalen und Melodiefragmenten osteuropäischer Musiken geprägt. Mit einem schönen funky Groove schließt Turbo Kaszlak ein Album ab, das nicht nur für Freunde von M-Base und Niels Petter Molvær interessant sein dürfte.

Herbert Federsel

CD: Chromosomos - "Phonophobis" (AMP 002)

Chromosomos im Internet: www.chromosomos.art.pl

Cover: n.n.

© jazzdimensions 2006
erschienen: 3.4.2006
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