Großbritanniens Fusion-Fans feiern die Wiedergeburt des Duos Boyle/Levan: "Games" heißt ein neues spritziges Album des Gitarristen Gary Boyle, das von einem alten Weggefährten, Martin Levan, produzierte wurde. In den 70er-Jahren hatte sich Boyle mit seiner Formation "Isotope" und den beiden Solo-Alben "The Dancer" und "Electric Glide" einen Namen gemacht.
Gary
Boyle - "Games""
Dann herrschte sehr lange Zeit Ruhe um den als Shooting-Star gefeierten Boyle. 64 Jahre alt ist der Dozent für Gitarre am renommierten Paul McCartney-Institut heute. Im Studio seines langjährigen Produzenten Martin Levan, in Mitten walisischer Natur, hat er nun "Games" aufgenommen.
Boyle überrascht nach langer Pause mit kraftvollem Spiel. Chick Coreas "Windows", Miles Davis' "Blue in Green" und Victor Youngs "Beautiful Love" sind drei kantable Balladen, über die Boyle wunderschön soliert. Bei den Eigenkompositionen geht's rasanter zu, dabei nicht minder melodisch. Pianist Zoe Rahman unterstützt das Rhythmusduo aus Riaan Vosloo (Kontrabass) und Patrick Illingworth (Schlagzeug) auf zwei Tracks. Ansonsten liegt der Fokus ganz auf Boyles waghalsigen Solo-Ausflügen.
"Games" ist kein Fusion-Album im eigentlichen Sinne. Die selten tatsächlich rockig gespielte E-Gitarre findet in Kontrabass und Piano stets einen ruhenden Gegenpol. Elegant und verspielt zugleich so klingt Gary Boyle im Jahr 2005
Johannes Kloth
CD: Gary Boyle - "Games" (Red Kite Records)
Red Kite Records im Internet: www.redkiterecords.co.uk
Cover: Nathalie Adaoui