Der Kölner Pianist und Keyborder Jürgen Friedrich demonstriert auf seiner neuen CD "Bits & Pieces" seine Vielseitigkeit, seine Experimentierfreude und immer wieder auch seinen Humor. Schon das spielerische Laptop-Intro des Einsteigers "Minotaurus" hat etwas Lustiges, kindlich Verspieltes. Und das Schöne ist: gewollt verspielt denn von Bierernst ist auf dieser energetischen und variantenreichen CD nicht viel zu hören.
Jürgen
Friedrich - "Bits & Pieces"
Zu entdecken ist eine Mischung aus elektronischen Grooves, Laptop-Spielereien, klassischen Jazz-Improvisationen am Flügel, diverse akustische Soli und immer wieder auch schöne, melancholische Songs, wie z.b. seine sehr schöne Hommage an Joni Mitchell ("Joni"), gelungen interpretiert von der als Gast fungierenden Sängerin Junia Vent. Diese Versatzstücke findet man nicht etwa in den einzelnen Stücken einseitig konzentriert, sondern meist von allem etwas in jedem Stück. Das macht Spaß und belebt, lässt einen beim Hören neugierig bleiben.
Und was kommt jetzt? Diese Frage begleitet einen beim Hören mehr als einmal. Gerade wurde noch wild und frei improvisiert, dann wieder relaxt gegroovt wie bei "Novemba", tanzbar, wie bei "Brazileira" oder lustig wie bei "Lied für mein klein Sohn", wo Friedrich den neuen Vertretern der deutschen Popkultur wie "Mia" in seiner Sprachwahl und Rhythmik in nichts nachsteht.
Begleitet wird er bei seinen Ausflügen in die vielen Bereiche der musikalischen Möglichkeiten von wichtigen und namhaften Vertretern der deutschen Szene wie Norbert Scholly an Computer und Gitarren, Philippe Rehm am Bass und Christan Thomé an den Drums. Gastauftritte haben die Saxophonisten Nils Klein und Claudius Valk und Felix Astor am Pandeiro. Eine gelungene CD.
Katja Duregger
CD: Jürgen Friedrich - "Bits & Pieces" (Schoener-Hoeren 2004)
Jürgen Friedrich im Internet: www.juergenfriedrich.net
Schöner Hören im Internet: www.schoener-hoeren.de
Cover: N.N.
Jazzdimensions - Onlinepartner: