Da stolpert man über Titel wie "Der Molch" und "Heimatmelodie Nr. 1", reibt sich verwundert die Ohren bei ungeschminkten Hardrock-Kaskaden, lässt sich von maurischen Linien verwöhnen und einer zarten Kinderliedmelodie versöhnen. Folklore Imaginaire. Jazz-Rock Vamps aus den Gründerjahren. Und quasi als Dreigabe dann noch dieses betörend coole "Softly as morning sunrise".
Frimfram
Collective - "Reality music"
Was für musikalische Wirklichkeiten das doch sind was für wirkliche Musik! Offen für viele Spielformen sind die vier Protagonisten des frimfram collectives, ohne dabei Beliebigkeiten zu riskieren. Ihre Musik ist dicht und diszipliniert im besten Sinne ein kollektives Unterfangen. Innen, außen, zärtlich, rabiat, fein Ziseliertes, knappste Miniaturen und psychedelisch anmutende Endlosostinati. Fast nur Originals.
Kopf des jungen Ensembles, übrigens alle Absolventen der Stuttgarter Musikhochschule, ist Schlagzeuger Torsten Krill, Absolvent der Schlagzeugklasse Pierre Favre. Ein filigraner Techniker, der es hervorragend versteht, eine Band auf luftigen Beats zu tragen. Am Bass Uwe Lange. Carsten Netz spielt Tenorsax, Klarinette und Flöte. Entscheidend für die äußerst prägnante Soundvielfalt der Band: Jo Ambros auf akustischen und elektrischen Instrumenten. Ambros ist übrigens diesjähriger Landesjazzpreisträger Baden-Württemberg.
Hervorzuheben ist neben einer reichen musikalischen Ausbeute auch die Aufnahmequalität des Albums. Festzustellen bleibt: das Kollektiv macht seinem Konzept alle Ehre. frimfram collective ein realer Gegenentwurf zur trostlosen Ich-AG.
Herbert Federsel
CD: Frimfram Collective
- "Reality music"
(Frimfram Production/Lauschoase ff 02l)
Frimfram Collective im Internet: www.frimfram.de
lauschoase im Internet: www.lauschoase.de
Cover: Monika Richter